Schalke, Mercedes-Benz

Zwei Wege, um ein PR-Eigentor zu schießen

AMG setzte sich mit einem ungeschickten Tweet in die Nesseln
© Screenshot Twitter
AMG setzte sich mit einem ungeschickten Tweet in die Nesseln
Schalke-04-Chef Clemens Tönnies fällt beim Fest zum "Tag des Handwerks" durch rassistische Aussagen auf; der Mercedes-PR-Abteilung misslingt auf Twitter ein Witz über Hitzewelle und Klimakatastrophe: Zum Wochenabschluss blamieren sich Kommunikationsprofis aufs Peinlichste.

Gäbe es in der großen, weiten Welt der Kommunikation eine Zitrone für die größte PR-Dummheit der Woche,  Clemens Tönnies und Mercedes könnten sich um den Titel streiten.



Kandidat Nummer 1: Clemens Tönnies. Der 63-Jährige ist seit 18 Jahren Aufsichtsratsvorsitzender des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04. Hauptberuflich ist Tönnies Gesellschafter eines milliardenschweren Schlachtbetriebs gleichen Namens. Der Mann ist es also gewohnt, im Licht der Öffentlichkeit zu stehen. Und er sollte in der Lage sein, nicht im AfD-Jargon zu schwadronieren. Genau das passierte ihm aber bei seiner Rede zum Tag des Handwerks. Das Thema seiner Rede: "Unternehmertum mit Verantwortung Wege in die Zukunft der Lebensmittelerzeugung". Bei seiner Rede, so Spiegel Online, kritisierte er nicht nur Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel. Dann stellte er noch einen Zusammenhang von Energieversorgung, Klimawandel und Überbevölkerung in Afrika her. Die Tönnies-Empfehlung: Man solle jährlich 30 Kraftwerke in Afrika finanzieren. Und weiter: "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren." 

Das sorgte, wenn wundert's, auf Twitter für empörte Reaktionen. Der Ex-Schalker Hans Sarpei schreibt auf Facebook: "Die Aussagen von #Toennies zeigen ein Weltbild, dass an die Kolonialzeit erinnert". Und weiter: "Es ist das Weltbild eines Mannes, der aus der Zeit gefallen ist. Und der zunehmend eine Belastung für den FC Schalke 04 wird." 



Tönnies hat sich inwischen entschuldigt. Seine Aussage sei "falsch, unüberlegt und gedankenlos" gewesen. Zu den Vereinswerten von Schalke gehörten "Einsatz gegen Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung". 

Kandidat Nummer 2: Mercedes-Benz. Auf Twitter bewarb das Unternehmen ein SUV der Tochter AMG mit folgendem Satz: "Falls dieser Sommer noch nicht warm genug war, der Mercedes-AMG GLA45 4matic wird die Dinge mit seiner roten Lackierung weiter aufheizen." Das einzige Ding, was mit diesem Tweet aufgeheizt wurde, war die Stimmung vieler Twitter-Nutzer, die den Zynismus des vermeintlichen Scherzes heftig kritisierten. 
Mercedes-Benz hat sich inzwischen entschuldigt: "Leute, das war richtig daneben. Wir bitten in aller Form um Entschuldigung."

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