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Der Trend zum E-Commerce wächst in anderen Ländern stärker als in Deutschland, verändert den Handel aber global
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Salesforce Shopping Index

E-Commerce in Deutschland wächst - aber unterdurchschnittlich

Der Trend zum E-Commerce wächst in anderen Ländern stärker als in Deutschland, verändert den Handel aber global
Dass der Online-Handel seit Beginn der Corona-Pandemie weltweit zugelegt hat, war eine erwartbare Entwicklung. Wie sich anhand einer Salesforce-Studie nun abzeichnet, hält dieser Trend aber auch nach Ende des Lockdowns im zweiten Jahresquartal weiter an - das gilt allerdings im globalen Vergleich deutlich stärker für andere Länder als für Deutschland. Beträchtlich gestiegen ist hierzulande das mobile Shoppen.
von Helena Birkner Montag, 20. Juli 2020
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Für den Salesforce Shopping Index wurden Daten von über einer Milliarde Online-Käufern in mehr als 41 Ländern analysiert. Es zeigte sich, dass der Umsatzzuwachs im E-Commerce im Quartal 2/2020 global um 71 Prozent höher ausfällt als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Auch der Datenverkehr bringt es von April bis Juni weltweit auf ein Plus von 37 Prozent. Insbesondere Click and Collect - Ware online kaufen und in einem stationären Ladengeschäft abholen - wird zunehmend beliebter. Der Umsatzanstieg für dieses Shopping-Modell beträgt international ganze 127 Prozent im zweiten Jahresquartal.


Zwar liegt der Zuwachs im E-Commerce zwischen April und Juni 2020 in Deutschland nur bei 23 Prozent und fällt damit deutlich geringer aus als beispielsweise in Australien und Neuseeland, wo dieser im zweiten Quartal mit 140 Prozent extrem gestiegen ist, oder in Kanada, wo der Wert bei 111 Prozent liegt. Dennoch zeigt die Entwicklung, dass auch der Online-Handel in Deutschland aktuell nachhaltig von der Corona-Krise profitiert. "Auch wenn die Wachstumszahlen in Deutschland nicht so hoch sind wie in anderen Ländern, sehen wir einen stetigen Anstieg bei den Online-Käufen. Im Vergleich zum ersten Quartal hat die Umsatzsteigerung noch einmal um knapp 10 Prozent zugenommen - und das, obwohl die Geschäfte bereits wieder geöffnet waren", sagt Nadine Wolanke, Head of Sales Retail and Consumer Products bei Salesforce Deutschland.
© Salesforce

Die Deutschen shoppen gerne mobil 

Die mobilen Online-Käufe nahmen in Deutschland von April bis Juni um 32 Prozent zu. Zum Vergleich: Global waren es insgesamt 56 Prozent. In einem Punkt ist Deutschland allerdings Spitzenreiter: So zeigt die Studie, dass die Deutschen öfter als alle anderen Nationen inspiriert durch Werbung, die ihnen via Social Media ausgespielt wird, auf die Websites von Online-Shops zugreifen. Hierzulande sind 14 Prozent des Sales-Commerce-Traffic laut der Salesforce-Analyse direkt auf Anzeigen in Social Media zurückzuführen. Global sind es in dieser Rubrik 11 Prozent.
© Salesforce
Der Einzelhandel müsse entsprechend gezielt an seinen Digitalstrategien basteln. Das bedeute neben der großflächigen Einführung des Click-and-Collect-Prinzips auch die Erfassung von Kundendaten im großen Stil via Künstlicher Intelligenz, so dass Kunden auf allen Kanälen personalisiert angesprochen werden können. "Die Bedeutung der Sozialen Netzwerke nimmt für den Online-Handel weiter zu und die Nutzer vertrauen auf digitale Empfehlungen. Davon kann auch der Einzelhandel profitieren", so Wolanke. In Bezug auf die Handels-Kategorien, die im zweiten Quartal besonders stark gewachsen sind, belegt der Bereich "Spielzeug und Lernen" mit einem Plus von 181 Prozent Platz 1, gefolgt von "Gesundheit und Schönheit" mit plus 138 Prozent und "Haushalt" (plus 134 Prozent). Auch die Umsatzzuwächse der Conversion-Rates fielen im untersuchten Quartal in allen Branchenkategorien ungewöhnlich positiv aus. Weltweit erreichten die Warenkorbabschlüsse 3 Prozent, was einem Plus von 35 Prozent gegenüber der Conversion-Rate im zweiten Quartal des Vorjahres von 2,2 Prozent entspricht. Das zeigt, dass es für Händler von essenzieller Bedeutung sein muss, den Verkaufsabschluss für alle Endgeräte zu opitimieren - speziell für die mobilen.
Zur Methodik
Der Shopping Index Q2 von Salesforce misst die Aktivitäten von über einer  Milliarde Online-Kunden im zweiten Jahresquartal 2020 in mehr als 41 Ländern, wobei der Schwerpunkt auf den zehn wichtigsten Märkten liegt: USA, Kanada, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Spanien, Japan , Niederlande, Australien / Neuseeland und die nordischen Länder. Für den Report wurden die Daten von April bis Juni ausgewertet und in Relation zu früheren Erhebungen gesetzt. Der Shopping Index wird vierteljährlich veröffentlicht. 
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