Runter vom Gas

Warum Scholz & Friends Menschen zeigt, die das Laufen zweimal lernen müssen

Das Motiv ist eines der drei neuen Autobahnplakate aus der Kreation von Scholz & Friends
Scholz & Friends, © Scholz & Friends
Das Motiv ist eines der drei neuen Autobahnplakate aus der Kreation von Scholz & Friends
Wenn das fahrlässige Handeln anderer Verkehrsteilnehmer zum eigenen Verhängnis wird: Scholz & Friends macht in einer neuen Runde der seit 2008 laufenden Kampagne "Runter vom Gas" Opfer von Straßenunfällen zu Protagonisten, die sich mühsam zurück ins Leben kämpfen. Der emotionale Aufklärungsspot wird auf der Kampagnen-Website von vier Reportagen der bewegenden Einzelschicksale ergänzt.
Eine Mutter, die ihr Kleinkind freudestrahlend bei seinen ersten Gehversuchen beobachtet. Mit dieser Sequenz beginnt der 30-sekündige Spot. Dann nach zwei Dritteln der harte Cut, ein großer Zeitsprung: Aus dem Kind ist inzwischen ein junger Mann geworden - der erneut das Laufen lernen muss. Unter Tränen und mit viel Anstrengung hangelt er sich an zwei Stangen entlang, wieder begleitet von seiner Mutter - und einem Pfleger. Denn das Ganze findet im Rahmen einer Rehamaßnahme statt. "Niemand sollte zweimal im Leben laufen lernen müssen" - so die Botschaft von Scholz & Friends.
Auch dieses Motiv ist entlang deutscher Autobahnen zu sehen
© Scholz & Friends
Auch dieses Motiv ist entlang deutscher Autobahnen zu sehen



Das Kampagnenvideo soll an die mitunter schwerwiegenden Folgen von Verkehrsunfällen erinnern und alle Verkehrsteilnehmer zum verantwortungsvollen Fahren aufrufen. Es ist in den sozialen Netzwerken zu sehen und wird neben drei neuen Autobahnplakatmotiven auch von vier Kurzreportagen auf der Kampagnen-Website begleitet. "Im Rahmen der Kommunikationsmaßnahmen für 'Runter vom Gas' zeigen wir die Schicksale, die sich hinter den Zahlen der jährlichen Verkehrsunfälle verbergen und geben Unfallopfern eine Stimme. Dafür nehmen wir immer wieder neue Perspektiven auf das Thema Verkehrssicherheit ein, mit denen wir Verkehrsteilnehmer wachrütteln wollen", so Lars Cords, Partner und Chief Content Officer von Scholz & Friends. Am gestrigen Dienstag stellten Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und der Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) Walter Eichendorf im Rahmen einer Pressekonferenz Maßnahmen sowie aktuelle Ergebnisse einer repäsentativen Umfrage zu Straßenverkehrsunfallen vor. Dafür waren im Mai dieses Jahres 1.205 Autofahrer von der Forsa Politik- und Sozialforschung im Auftrag vom DVR und dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) online befragt worden.
Die Bilder verletzter Verkehrsteilnehmer sollen Autofahrer sensibilisieren
© Scholz & Friends
Die Bilder verletzter Verkehrsteilnehmer sollen Autofahrer sensibilisieren


Laut Eichendorf zeige die offizielle Unfallstatistik, dass menschliches Fehlverhalten im Straßenverkehr nach wie vor der größte Risikofaktor sei: "Rund 68.000 Menschen wurden 2018 bei Verkehrsunfällen schwer verletzt. Viele Verkehrsopfer leben mit Schmerzen und Beeinträchtigungen, weil sich andere Verkehrsteilnehmer nicht an die Regeln gehalten haben." Durch unangepasste Geschwindigkeit seien beispielsweise im vergangenen Jahr 57.000 Menschen verunglückt, mehr als 14.000 hätten schwere Verletzungen erlitten. Die Statistik zeigt aber auch, dass die Unfallzahlen im Straßenverkehr zurückgehen. Während es 2011 noch 4.009 Verkehrstote gab, waren es 3.275 im Jahr 2018. hmb
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