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Nike begleitet Ronaldos Wechsel auf Instagram
Screenshot instagram.com/nikefootball
Ronaldo-Wechsel nach Turin

Was der Transfer-Deal des Jahres für Sponsoren bedeutet

Nike begleitet Ronaldos Wechsel auf Instagram
Auch wenn die Ablösesumme "nur" 112 Millionen Euro beträgt: Der Wechsel von Superstar Cristiano Ronaldo von Real Madrid zu Juventus Turin ist der Transfer des Jahres. Neben den Turinern und ihren Anhägern dürfen sich vor allem die Sponsoren der "Alten Dame" über den Deal freuen. Denn die Social-Media-Power des viermaligen Weltfußballers ist enorm. Zwei aktuelle Beispiele belegen dies.
von Ingo Rentz Mittwoch, 11. Juli 2018
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So verkündete Juve den Wechsel mit einem Motiv, in dem das Corporate Design des Clubs und das der Marke CR7 miteinander verbunden wurde. Das aktuelle Logo des italienischen Meisters war erst Anfang 2017 eingeführt worden - und hatte unter Fans und Beobachtern eine kontroverse Diskussion ausgelöst. Nun zeigt sich, dass sich mit den Linien des Emblems einiges anfangen lässt, wenn der Anlass stimmt. Fast eine halbe Million Likes erzielte Juventus Turin für das Motiv auf Facebook, auf Instagram waren es gar phänomenale 2,6 Millionen. Hinzu kommen rund 84.000 Retweets auf Twitter.
Zwar sollte man sich hüten, die Resonanz der Fans auf einen Transfer-Hammer mit Aufgeschlossenheit gegenüber Sponsoren-Posts gleichzusetzen. Allerdings zeigt ein Beitrag von Ronaldos persönlichem Ausrüster Nike, dass auch Sponsoren von der Transfer-Story profitieren können, wenn sie es nur richtig anstellen. Der Sportartikler postete auf Instagram ein Schwarz-Weiß-Foto seines Testimonials mit dem Text "Every new conquest starts with belief". Dafür erhielt Nike in weniger als 15 Stunden mehr als 900.000 Likes und über 1600 Kommentare.
Nike begleitet Ronaldos Wechsel auf Instagram
© Screenshot instagram.com/nikefootball
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Die zahlreichen Geldgeber von Juventus Turin wären also gut beraten, sich genau anzuschauen, was sie aus dem Transfer machen können bzw. dürfen. Das betrifft besonders den Hauptsponsor Jeep, bei dem allein durch zusätzliche Trikotverkäufe die Kasse klingeln dürfte. Doch nicht nur das: Jeep-Mutter und Juve-Miteigner Fiat soll sich einem portugiesischen Medienbericht zufolge bereits einen Werbedeal mit Ronaldo gesichert haben.

Doch auch Marken wie die Allianz, Namensgeber des Stadions von Juventus Turin, Samsung oder EA Sports könnten den Anlass nutzen, um ihre eigene Story zu transportieren. Betfair, der Sportwetten-Partner von Juventus Turin, hat immerhin bereits eine Reihe spezieller Ronaldo-Wetten aufgesetzt. Ausrüster Adidas hingegen wird aufgrund von Ronaldos Partnerschaft mit Nike die Füße still halten.


Dabei zählt auch Schnelligkeit, denn sonst verpufft der Effekt. Bestes Beispiel: Bei EA Sports Italien rennt noch ein Ronaldo im Trikot von Real Madrid durchs Titelbild. Der Spielehersteller steht ohnehin vor einem großen Problem: Ronaldo ist der Coverstar von Fifa 19, das im September erscheint. Das Präsentationsvideo ist auf der Facebook-Seite des Herstellers nach wie vor ganz oben in der Timeline angeheftet.

Doch mit Ronaldo im Real-Trikot wird man das Spiel nun kaum mehr vermarkten können. Entweder also kommt noch Photoshop zum Einsatz - oder ein neuer Titelheld muss her.
Abgesehen von Content Marketing auf den eigenen Plattformen: Für Sponsoren ist natürlich vor allem Ronaldos eigene Social-Media-Fangemeinde interessant. Mit kumuliert mehr als 322 Millionen Followern ist der 33-Jährige Portugiese der größte Sportler in der Welt der sozialen Netzwerken. Davon profitieren vor allem seine persönlichen Partner wie Nike, Herbalife, Clear Paris oder Pokerstars.com.
Zwischen dem 1. Juni 2016 und dem 1. Juni 2017 setzte Ronaldo 580 Posts mit Nennung von Sponsoren ab und generierte damit einen Werbewert von fast einer Milliarde Dollar, wie die Sponsoring-Analyse-Plattform Hookit ausrechnete. Das entspricht einem durchschnittlichen Werbewert por Post von 1,6 Millionen Dollar. Man darf gespannt sein, was sich die Sponsoren einfallen lassen. Die Werbeschlacht hat gerade erst begonnen. ire 


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