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Mit Rudi Assauer geht auch eine Werbelegende

2007: Rudi Assauer mit seiner damaligen Lebensgefährtin Simone Thomalla als Veltins-Testimonial
© Veltins
2007: Rudi Assauer mit seiner damaligen Lebensgefährtin Simone Thomalla als Veltins-Testimonial
Die Nachricht vom Tode Rudi Assauers hat gestern Fußball-Deutschland erschüttert. Der langjährige Manager des FC Schalke 04 war am Mittwoch im Alter von 74 Jahren gestorben. Geschichte schrieb Assauer aber nicht nur mit Schalke, das 1997 den Uefa-Pokal gewann, sondern auch in der Werbung.
Im Jahr 2003 hatte die Brauerei Veltins, zum damaligen Zeitpunkt bereits sechs Jahre Sponsor von Assauers Schalkern, den knorrigen Manager als Werbegesicht verpflichtet - gemeinsam mit seiner damaligen Partnerin, der Schauspielerin Simone Thomalla. Die erste Kampagne mit dem Duo kam von Springer & Jacoby.


In den folgenden Jahren legten Assauer und Thomalla vier Werbeauftritte für Veltins hin, die noch heute in guter Erinnerung sind. Dabei zeigte sich Assauer stets in einer durchaus selbstbewussten, man könnte auch sagen machohaften Manier. Für den Spot "Überraschung", ebenfalls aus der Feder von Springer & Jacoby, erhielten Assauer und Thomalla sogar die Goldene Kamera in der Kategorie "Bester Werbespot mit Prominenten".
"Selten ist es einem kurzen Werbespot zuvor gelungen, ein so sympathisches Bild einer Liebesbeziehung zu zeichnen und dennoch äußerst humorvoll und nie uncharmant das wirklich wahre Leben darzustellen. Das Herz des Mannes teilt die Frau nicht nur mit dem Fußball, sondern eben auch immer mit einem guten Bier. Rudi Assauer und Simone Thomalla versöhnen die Gemüter", hieß es damals in der Begründung.

Am legendärsten wurde aber sicherlich der Spot aus dem Frühjahr 2007, in dem der Spruch "Nur gucken, nicht anfassen" fällt. Für das Kreativkonzept zeichnete damals Serviceplan mit Geza Unbehagen (Beratung) und Axel Thomsen (Kreation) verantwortlich. Assauer durfte sich den Satz ab 2001 immer wieder aus dem Mund gegnerischer Fans anhören. Im selben Jahr hatte Schalke in letzter Minute den Meisterschaftskampf in der Fußball-Bundesliga gegen den FC Bayern München verloren.
2009 trennten sich Assauer und Thomalla - damit war auch die gemeinsame Zeit der beiden in der Veltins-Werbung vorbei. Die Brauerei blieb dem Fußball-Manager dennoch treu und stellte ihm einen neuen Partner an die Seite: Im März startete der Spot, in dem Assauer gemeinsam mit dem deutschstämmigen US-Schauspiel-Star Bruce Willis auftrat. Auch diese Kreation stammte von Serviceplan. 
Es war allerdings der letzte Spot von Veltins mit Assauer. 2010 startete das Unternehmen eine neue Markenkampagne ohne ihn. Die von Grabarz & Partner entwickelte Kampagne trug den Titel "Erfrischend anders" und sollte die Marke so von ihrem bisherigen Testimonial emanzipieren. In der Zeit mit Assauer hatte Veltins mit dem Claim "Irgendwann erfrischt es jeden" geworben.


Bei Veltins trauert man um "einen Freund des Hauses", wie es in einem Nachruf des Unternehmens auf Assauer heißt. Darin blickt Veltins auf die gemeinsamen Jahre zurück und würdigt das Engagement des Managers bei der Zusammenarbeit, die in der Übernahme des Namenssponsorings der Arena "AufSchalke" im Jahr 2005 gipfelte. Seitdem heißt das Stadion Veltins-Arena.

"Dank der intensiven Zusammenarbeit in der Bauplanungsphase gibt es in der Veltins-Arena eine gastronomische Infrastruktur, die es in dieser Ausprägung sonst nirgendwo in Europa zu erleben gibt", teilt Veltins mit. Auch das werbliche Engagement Assauers wird erwähnt: "Wenn Partner ihm geholfen haben, bedurfte es nur weniger Worte und Rudi Assauer gab die Hilfe zurück. So entstanden legendäre Werbespots, die das Motto 'Bur gucken, nicht anfassen' zur Redewendung im Sprachgebrauch der Menschen werden ließ." Das Fazit des Unternehmens: "Rudi Assauer, so die übereinstimmende Meinung von Mitarbeitern und Geschäftsführung, hat tiefe Spuren hinterlassen, die nie vergessen werden."
„Wenn Partner ihm geholfen haben, bedurfte es nur weniger Worte und Rudi Assauer gab die Hilfe zurück.“
Veltins-Statement
Assauer war von 1981 bis 1986 und dann wieder von 1993 bis 2006 Manager des FC Schalke 04. Aktuell appellieren viele Fans an die Brauerei, Assauer im Namen des Stadions zu verewigen. Frank Zellin etwa schrieb auf Facebook: "Sehr geehrte Veltins Brauerei, dieser Tempel dürfte ab heute nur einen Namen tragen. Tut es für Rudi Assauer, es war sein Baby."

Assauer hatte im Jahr 2012 seine Alzheimer-Erkrankung öffentlich gemacht. Danach zog er sich weitestgehend aus der Öffentlichkeit zürück. ire

Die weiteren Spots von Veltins mit Rudi Assauer und Simone Thomalla:

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