Revisionsbericht zu "Petit Colon"

Volkswagen lädt zum Pressegespräch - mit CMO Jochen Sengpiehl

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CMO Jochen Sengpiehl ist bei dem Pressegespräch am Donnerstag dabei
© Volkswagen
CMO Jochen Sengpiehl ist bei dem Pressegespräch am Donnerstag dabei
In der Debatte um mögliche personelle Konsequenzen aus dem Skandal um das rassistische VW-Werbevideo "Petit Colon" scheint eine Entscheidung gefallen zu sein - offenbar zugunsten von Chief Marketing Officer Jochen Sengpiehl. Darauf deuten zumindest die Signale aus Wolfsburg hin. Das Unternehmen lädt für Donnerstag zu einem Video-Pressegespräch ein, an dem neben der für die Bereiche Integrität und Recht zuständige Konzernvorständin Hiltrud Werner und Markenvorstand Jürgen Stackmann (Vertrieb und Marketing) auch CMO Sengpiehl teilnimmt.
Das kann als Hinweis darauf gedeutet werden, dass Sengpiehl weiter an Bord bleibt. Denn ein Pressegespräch mit einem Manager anzusetzen, von dem sich das Unternehmen trennen will, wäre ziemlich ungewöhnlich. Ein Sprecher möchte sich auf Anfrage jedoch nicht zu dieser Interpretation äußern und erklärt, man wolle nichts vorwegnehmen, "auch nicht in diesem Fall". In der vorigen Woche gab es bereits Berichte, dass Sengpiehl wegen der Veröffentlichung des Videos vor der Entlassung stehe.


In der aktuellen Einladung bekräftigt Volkswagen, dass man den Vorfall aufklären und die Erkenntnisse öffentlich machen werde. Der Revisionsbericht zu dem missratenen Instagram-Spot wurde am Dienstag im Konzernvorstand diskutiert. Eigentlich war geplant, die Ergebnisse und die daraus resultierenden Konsequenzen direkt im Anschluss bekanntzugeben. Das wurde nun auf Donnerstag verschoben - in einigen Bundesländern ein Feiertag (Fronleichnam).

Volkswagen und die verantwortliche Werbeagentur Voltage/DDB waren massiv in die Kritik geraten, nachdem im Mai ein Social-Media-Spot für den neuen Golf ausgestrahlt wurde (siehe Update). In dem Video war zu sehen, wie ein dunkelhäutiger Mann von einer überdimensionalen weißen Hand in eine Bar namens "Petit Colon" (kleiner Siedler) geschnippt wurde und für kurze Zeit aus den Buchstaben des Schriftzugs "Der neue Golf" das Wort "Neger" aufschimmerte. Nachdem es Kritik hagelte, distanzierte sich das Unternehmen von dem Spot und versprach vollumfängliche Aufklärung - und Konsequenzen. mam


Update: Am 11. Juni gab Volkswagen bekannt, dass das Video erstmalig am 24. März für 24 Stunden als "Story" bei Instagram lief. Damals habe es keine negativen Kommentare oder Hinweise gegeben.
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