Retail Media

Otto Group Media kooperiert mit Criteo und stellt Katalog ein

Torsten Ahlers, Chef der Otto Group Media
Getty Images / Adam Berry
Torsten Ahlers, Chef der Otto Group Media
Die Otto Group Media (OGM), die Werbevermarktungssparte des deutschen Handelsriesen, hat eine Partnerschaft mit dem Technologieanbieter Criteo geschlossen. Das verkündete OGM-Chef Torsten Ahlers heute auf den Digital Marketing Days in Berlin. Mit diesem Schritt will die OGM die Werbevermarktung der Shop-Inventare und Käuferdaten als dritte Säule im Digitalmarketing etablieren.
Wenn es nach OGM-Chef Ahlers geht, soll Retail Media neben Search und Social ein weiteres zentrales Geschäftsfeld der Otto-Gruppe werden. Der Manager schätzt das aktuelle Marktvolumen hierzulande auf 600 bis 700 Millionen Euro - davon ein Drittel durch Werbung auf Flächen von Reichweitenpartnern und etwa zwei Drittel im Umfeld der Produktsuchen. Bei Letzterem kommt nun Criteo mit ins Spiel.

Die OGM ist mit dem Technologieanbieter mit Sitz in Frankreich eine Partnerschaft eingegangen. Zum Tragen kommt die Allianz, bei der es um das Werbeprodukt Sponsored Product Ads geht, im 4. Quartal dieses Jahres, kündigt Ahlers an. Dabei handelt es sich um native Produktwerbeanzeigen auf Suchergebnis-Seiten bei Commerce-Anbietern. Sie funktionieren nach dem Prinzip "Das könnte Sie auch interessieren".

„Google findet bei der Produktsuche in den USA so gut wie nicht mehr statt.“
Thorsten Ahlers
Der Gedanke dahinter: Die Suche von Produkten verlagert sich deutlich in Richtung der Onlineshops. Will ein User ein bestimmtes Produkt kaufen, sucht er mittlerweile häufiger direkt auf Amazon, Alibaba oder eben Otto - und nicht mehr auf Google. "Google findet bei der Produktsuche in den USA so gut wie nicht mehr statt", sagt Ahlers bei den Digital Marketing Days. Der Grund: Die Nutzer verbingen mehr Zeit auf den Handelsportalen, sind aufs Shoppen eingestellt und dadurch auch psychologisch näher am Kaufabschluss.

Criteo hat sich seit geraumer Zeit auf die Fahnen geschrieben, im E-Commerce-Markt anzugreifen und sich dort als zentraler Vermarkter zu etablieren. Der Technologieanbieter nahm für diesen Plan in den vergangenen Jahren viel Geld in die Hand und übernahm 2016 beispielsweise für 250 Millionen US-Dollar Hook LogicDas 2004 gegründete Unternehmen verbindet die größten E-Commerce-Seiten von Händlern (etwa Walmart, Tesco oder Macy's) mit Markenherstellern, die um virtuelle Regalplätze in gesponserten Produktanzeigen miteinander konkurrieren.

Fast schon zur Nebensache geriet dabei eine andere Ankündigung von Ahlers während der Digital Marketing Days: Otto stellt seinen Katalog im Herbst ein. Das Printprodukt war jahrzehntelang ein zentrales Verkaufstool für den Konzern, spielte aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung des Handels aber in den vergangenen Jahren im Vertrieb kaum noch eine Rolle, sondern war eher ein Marketingtool. Laut Ahlers zieht Otto nun in den nächsten Monaten beim Katalog komplett den Stecker.  
ron


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