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Der Amazon-Standort in München
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Retail Media

Amazons Werbeumsatz soll sich in den USA bis 2023 verdoppeln

Der Amazon-Standort in München
Amazon entwickelt sich für die klassischen Medien langsam aber sicher zu einem Schreckgespenst. Nicht nur mit Streamingdiensten wie Amazon Prime Video oder Amazon Music Unlimited gräbt der Konzern den Medien das Wasser ab. Dem E-Commerce-Riesen gelingt es auch zunehmend, einen immer größeren Anteil der Werbespendings zu sich abzuzweigen. Das zeigen aktuelle Zahlen für den US-Markt. 
von Marco Saal Donnerstag, 06. Mai 2021
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Laut Tradingplatforms wird Amazon seine zuletzt ohnehin massiv gestiegenen Werbeumsätze in den kommenden Jahren weiter deutlich ausbauen können. Nach den Berechnungen der Onlinehandels-Plattform, die zum britischen Internetmedienkonzern Finixio gehört, wird Amazon im Jahr 2023 allein in den USA Werbeumsätze in Höhe von 30 Milliarden US-Dollar einfahren. Gegenüber dem Jahr 2020, in dem sich die US-Anzeigenumsätze des Konzerns laut Tradingplatforms auf 15,73 Milliarden US-Dollar summierten, wäre das beinahe eine Verdoppelung. Bereits in diesem Jahr sollen die Werbeumsätze die Marke von 20 Milliarden US-Dollar überschreiten.

Noch drastischer fällt der Vergleich mit 2019 aus: Damals setzte Amazon in den USA geschätzte 10,31 Milliarden US-Dollar mit Werbung um. Parallel sei auch der Anteil von Amazon am gesamten US-Anzeigenumsatzmarkt deutlich von 7,8 Prozent im Jahr 2019 auf nunmehr 10,3 Prozent gestiegen, teilt Tradingplatforms mit. 

Noch überschaubar sind offenbar die Werbeumsätze, die Amazon mit seinen Streaming-Diensten erzielt. Laut Tradingplatforms tragen Anzeigen auf den Videoplattformen und Off-Property-Anzeigen, die über das Amazon Delivery Service Program (DSP) verkauft werden, aktuell lediglich 11 Prozent zum Werbeumsatz des Konzerns bei.

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Den Löwenanteil, nämlich 89 Prozent, holt Amazon über den Verkauf von Such- und Display-Anzeigen auf seiner Plattform rein. Vor allem Search lässt das Retail-Media-Geschäft wachsen. Tradingplatforms prognostiziert, dass das Suchmaschinengeschäft von Amazon in diesem Jahr voraussichtlich auf 14,53 Milliarden US-Dollar wachsen und seinen Anteil an den US-Ausgaben für Suchanzeigen auf 19 Prozent erhöhen wird. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 lag der Anteil bei nur 13,3 Prozent. Bis Ende 2022 soll er die Marke von 20 Prozent überschreiten.

Wie massiv Amazon seine Position im Werbemarkt ausbaut, zeigen auch andere Zahlen. So wird der US-Retail-Media-Markt, also der Markt für E-Commerce-Kanalanzeigen, in diesem Jahr mit 24 Milliarden US-Dollar bewertet. 76,2 Prozent davon werden laut Tradingplatforms an Amazon fließen. Zum Vergleich: Der Zweitplatzierte, kein Geringerer als der Handelsriese Walmart, kommt demnach nur auf einen Anteil von 6,5 Prozent. mas
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