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Finish findet mit dem Kampf für Trinkwasser sein Haltungsthema in der Klimakrise

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In seiner neuen Kampagne kämpft Finish gegen die Wasserverschwendung
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In seiner neuen Kampagne kämpft Finish gegen die Wasserverschwendung
Zum Weltumwelttag der UN startet Finish in Deutschland seine Nachhaltigkeits-Initiative zum Thema „Wasser sparen“. Und die Reckitt-Benckiser-Marke will sich hier mit einem Bündel an Botschaften von Content Marketing bis Werbung dauerhaft etablieren. Die Haltungsoffensive ist natürlich nicht nur altruistisch gedacht. Denn Finish empfiehlt sein eigenes Produkt als Option, um im eigenen Haushalt massiv Wasser zu sparen.
Produktmarken von Reckitt Benckiser sind ja eigentlich vor allem für klassische Abverkaufswerbung bekannt. Dass Durex mit seiner Kampagne „Let's not go back to normal“ im Mai ein intelligenter Haltungs-Kommentar zur Corona-Krise gelang, kann da schon als große Ausnahme von der Regel gelten.

Jetzt traut sich die deutsche Filiale des Maschinen-Geschirrspülmittel-Herstellers Finish Ähnliches zu und positioniert sich über das Thema Umweltschutz. Die Initiative Finishspartwasser soll nicht nur dafür sensibilisieren, dass auch das vermeintlich wasserreiche Deutschland dank des Kilmawandels ein Wasserproblem bekommen dürfte. Finish will auch sein eigenes Produkt als Teil der Lösung positionieren.

Xenia Barth, Regional Director DACH Nordics bei Reckitt Benckiser Hygiene Home, warnt: „Wie sensibel das Wasserkreislaufsystem in Deutschland ist, welche Faktoren das Gleichgewicht stören und wo Engpässe mit Folgen für Natur und Mensch drohen, ist vielen nicht bewusst, und es wird daher immer noch Wasser verschwendet.“ Ein Teil des Problems sei, dass circa 44 Prozent der Deutschen immer noch ihr Geschirr vorspülten, bevor es in die Spülmaschine kommt und damit jedes Mal bis zu 24 Liter Trinkwasser verschwendeten.

Das möchte Finish ändern. Barth: „Wir wollen den Menschen bewusst machen, dass sie mit einer kleinen Änderung ihrer Gewohnheit bereits einen Beitrag leisten können, Wasser und Energie zu sparen und dazu auch noch Zeit gewinnen.“ Jedes Jahr könnten 15 Milliarden Liter eingespart werden, was der Wassermasse des Berliner Wannsees entspricht, wenn alle Deutschen mit dem Vorspülen aufhören würden, argumentiert die Managerin. Die Marke traut sich die Empfehlung zu, weil es für das eigene Geschirrspülmittel in Anspruch nimmt, auch ohne Vorspülen gute Ergebnisse zu liefern.

Um dieser Initiative auch das nötige inhaltliche Gewicht zu geben, hat das in Heidelberg ansässige Unternehmen auch viele wissenschaftliche Fakten zusammengetragen. Eine von Finish beauftragte Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung zeigt nicht nur die Veränderungen der Umwelt auf, sondern verdeutlicht auch, welche Rolle der Trinkwassergebrauch in den Haushalten im Kreislaufsystem spielt. Etwa 70 Prozent unseres Trinkwassers stammen laut Umweltbundesamt (UBA) aus dem für die Pflanzenwelt wichtigen Grund- und Quellwasser.

Das UBA geht auch davon aus, dass der Klimawandel in Deutschland zu einer Veränderung der Niederschlagsverteilung führen wird. Der Regen wird im Sommer tendenziell abnehmen und im Winter zunehmen. „Infolge längerer sommerlicher Trockenphasen können Böden bis in größere Tiefe austrocknen und infolgedessen weniger gut das Regenwasser der nassen Monate aufnehmen“, erklärt Frank Böttcher, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft und geschäftsführender Gesellschafter des Instituts für Wetter- und Klimakommunikation.

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Der TV-Meteorologe gehört zu einer Gruppe führender Experten aus Politik, NGOs, Forschung und Wirtschaft, an die Finish im Rahmen der Nachhaltigkeits-Initiative herangetreten ist. Dabei sahen alle Experten akuten Handlungsbedarf. So warnt Baum-Ökophysiologe Henrik Hartmann: „Was viele für einfach schöne Sommer halten ist im Grunde ein beunruhigender Trend. Die letzten zwei Jahrzehnte waren geprägt von steigenden Temperaturen, und die Böden trocknen immer stärker aus. Wenn dann noch eine Dürre hinzukommt, sterben Bäume und die Wälder leiden. Der Wald ist dabei ein Zeigerwert für das, was auf uns zukommt.“ Und die Lage spitzt sich weiter zu: Der Deutsche Wetterdienst rechnet mit einem weiteren Anstieg der Temperaturen in diesem und den kommenden Jahren.

Als Lösung des Problems empfiehlt Finish das eigene Produkt
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Als Lösung des Problems empfiehlt Finish das eigene Produkt
Um dem Anliegen ein breites Publikum zu verschaffen, beschränkt sich Finish nicht auf eine klassische Werbekampagne. Den Auftakt der Kampagne bilden nebem dem TV-Spot auch der Kurzfilm „Wohin unser Wasser geht“ von Content-Partner National Geographic. Der Content-Partner National Geographic hat dafür den Fotograf und Filmemacher Florian Schulz in den Schwarzwald geschickt, um herauszufinden, wie sich die heißen Sommer und Dürreperioden auf die Umwelt ausgewirkt haben, ob Deutschland auf den Klimawandel vorbereitet ist und was Haushalte bereits tun, um Wasser zu sparen. Der dreieinhalbminütige Kurzfilm wird auf den digitalen Kanälen von National Geographic, auf TV Now und im Internet zu sehen sein.

Außerdem wird es eine Kooperation mit dem Sat-1-Frühstücksfernsehen und dessen Moderator Matthias Killing geben. Killing wird die „Finish Challenge“ starten und die Zuschauer dazu aufrufen, sich selbst von Finish zu überzeugen und auf das Vorspülen zu verzichten. Das Thema soll für die Marke keine kurzfrsitige Aktion bleiben, sondern ist als mehrjährige Kampagne angelegt. Neben den Medienkooperationen läuft daher auch eine klassische TV- und Onlien-Kampagne an (Kreation: Havas).

Das Ziel sei überall dort, wo Finish mit den Konsumenten in Kontakt steht, die Botschaft zum Thema Wassersparen zu vermitteln, sagt Barth: „Um nachhaltige Fortschritte zu erzielen, wollen wir den Erfolg unserer Initiative auch langfristig messen und festhalten, wie viele Menschen wir bereits überzeugt haben und wie viel Wasser gespart werden konnte.“

Es wird spannend zu sehen sein, ob es einer Marke aus einer Commodity-Kategorie wie Geschirrspülmittel tatsächlich gelingen kann, ein gesellschaftlich brisantes Thema wie Wasserknappheit glaubwürdig zu besetzen. Beispiele wie Doves "Wahre Schönheit"-Kampagne zeigen, dass eine solche Positionierung durchaus gelingen kann, wenn sie mit genügend Ausdauer und Ernsthaftigkeit betrieben wird. Aber die Reckitt-Benckiser-Managerin ist sich auch bewusst, dass sich Finish bei dieser Aktion auch nicht selbst zu wichtig nehmen darf: „Natürlich sagen wir nicht, dass wir mit dem Verzicht aufs Vorspülen von verschmutztem Geschirr alle Probleme beseitigt haben. Wir möchten die Verbraucher anregen damit anzufangen und sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, um an anderen Stellen weiterzumachen. Jeder Tropfen zählt!“ cam
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