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Robert-Enke-Stiftung will depressiv Erkrankten Mut machen

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Die Kampagne zeigt, wie es vielen Menschen zurzeit gehen kann
© Robert Enke Stiftung
Die Kampagne zeigt, wie es vielen Menschen zurzeit gehen kann
Die Maßnahmen zum Schutz vor dem neuartigen Corona-Virus schlagen schon psychisch stabilen Menschen aufs Gemüt. Für depressiv Erkrankte können Isolation und Abstandsregeln sogar potenziell lebensbedrohlich sein. Die Robert-Enke-Stiftung will Betroffenen nun zeigen, dass es Auswege aus der Krankheit gibt.
"Ich will nicht mehr", "Ich kann nicht mehr" oder "Ich schaff dass nicht": Die neue Kampagne der Organisation zeigt Sätze, die viele an einer Depression erkrankte Menschen kennen. Allerdings ist auf den Motiven das Wörtchen "nicht" jeweils durchgestrichen - und schon wird aus einer verzweifelten Aussage ein Signal der Hoffnung und des Mutes. Begleitet wird die Kampagne von einem Telefonservice, an den sich Betroffene werktags von 8 bis 18 Uhr wenden können. 


"Die Kampagne 'Ich schaff das nicht' soll den Menschen in einer schwierigen Zeit die Hand reichen. Die Robert-Enke-Stiftung hat mit ihren Partnern ein offenes Ohr für euch", sagt die Vorstandsvorsitzende Teresa Enke. Die Witwe des ehemaligen Fußball-Nationaltorwartes Robert Enke hatte die Stiftung im Jahr nach dem Suizid ihres Mannes ins Leben gerufen. Enke, der mehrfach wegen Depressionen in klinischer Behandlung war, hatte sich 2009 das Leben genommen.

In den vergangenen Wochen und Monaten hat das Thema Depressionen neue Brisanz bekommen. Die Maßnahmen zur Eindämmung von SARS-CoV-2 erschweren soziale Kontakte und vergrößern bei vielen Menschen die Einsamkeit. Für depressiv Erkrankte kann sich das symptomverstärkend auswirken. Eine Umfrage der Medizinischen Hochschule Hannover hat jüngst gezeigt, dass viele Bundesbürger mit der Situation nur schlecht umgehen können und erhöhte Angst- und Depressionswerte aufweisen.


Für die Kreation der Kampagne ist die Agentur RaphaelBrinkert verantwortlich. "Gerade jetzt darf aus physischer Distanz kein emotionales Abstandhalten werden", sagt Gründer Raphael Brinkert. "Die Kampagne soll Betroffenen Mut machen, sich Hilfe zu holen, und Nicht-Betroffene für das Thema sensibilisieren. Wir freuen uns sehr, die Robert-Enke-Stiftung bei diesem wichtigen Thema unterstützen zu dürfen."

Unterstützung erfährt die Kampagne von Außenwerber Wall. Das Unternehmen stellt pro bono digitale und analoge Außenflächen zur Verfügung in deutschen Großstädten zur Verfügung. Dort sind die Motive ab sofort zu sehen. "Wir werden die Kampagne der Robert-Enke-Stiftung auf rund 10.000 Werbeflächen unseres Unternehmens in den nächsten Wochen in Deutschland präsentieren", sagt Frauke Bank, Leiterin der Unternehmenskommunikation bei Wall. "Wir hoffen, dass die Kampagne nachhaltig Betroffenen Mut macht, Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen, gerade in dieser so besonders schwierigen Zeit." ire
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