Ranking von Jung von Matt und Appinio

Das sind die 50 stärksten deutschen Start-ups

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Die Produkte des Start-ups Share finden sich bei Rewe und DM und bedienen den Social-Impact-Markt
© IMAGO / epd
Die Produkte des Start-ups Share finden sich bei Rewe und DM und bedienen den Social-Impact-Markt
Die Deutschen sind in Gründerlaune. Auch wenn es im internationalen Vergleich noch nicht zum Spitzenplatz in Sachen Venture-Capital und Innovationskraft reicht, nimmt die Zahl der Start-ups hierzulande rasant zu. Viele von ihnen fordern dank wachsender Fonds, hohen Finanzierungsrunden sowie eines immer breiter werdenden Pionier-Ökosystems etablierte Märkte heraus. Jung von Matt und Appinio haben in der zweiten Ausgabe ihres Start-up-Brand-Rankings wieder die 50 stärksten deutschen Start-ups ermittelt.

Sich auf Produkt- und Marketingebene von der Konkurrenz abzuheben, ist heutzuage immer schwieriger, wie die beiden Unternehmen ihrer Auswertung voranstellen. Deshalb gewinne sowohl die Kraft der Marke als auch die Kraft des Kreativen zunehmend an Bedeutung, was viele aufstrebende Unternehmen sehr gut für sich zu nutzen wüssten. Man habe im Verlauf der vergangenen zwölf Monate beobachtet, dass immer mehr Gründerinnen und Gründer dem Thema Marke einen hohen Stellenwert zuschreiben. Auch im öffentlichen Diskurs werde die Markenarbeit der Start-ups zunehmend thematisiert, was wiederum die etablierte Werbewelt ganz genau auf die Aktivitäten des Nachwuchses schauen lasse.


Im letzten Jahr veröffentlichten Jung von Matt und Appinio zum ersten mal ihr gemeinsames Ranking der Top-Start-ups in Deutschland. Diesmal tritt die neu gegründete Einheit Jung von Matt/Start als Mitherausgeber auf. Für die diesjährige Ausgabe wurden mehr als 200 Unternehmen analysiert und die stärksten 50 von ihnen im Start-up-Brand-Ranking 2022 präsentiert.

Der Auswertung liegen in diesem Jahr zwei Erhebungen zugrunde, die einmal im Juni und einmal im Oktober stattfanden. Das begründet sich laut JvM und Appinio damit, dass im Sommer eine starke, systematische Volatilität in der Markenwahrnehmung zugunsten aller Kategorien festzustellen gewesen sei. Diese habe sich bei der zweiten Erhebung normalisiert, doch die Entwicklung sei nun stetig zu beobachten.

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Die Studienverantwortlichen gehen von einem Zusammenhang des beschriebenen Phänomens mit der Corona-Pandemie, dem Ukraine-Krieg und der derzeitigen Inflation aus, was aber nur schwer zu belegen sei. Man erhoffe sich daher, durch eine kontinuierliche Beobachtung künftig bessere Aussagen über mögliche Trends der Varianzen treffen zu können, um sie dann in die Studie einfließen zu lassen.

Unter den Top 50 sind mehrere Start-ups, die bereits im letzten Jahr im Ranking vertreten waren und ihre jeweilige Marke weiter stärken konnten. Aber auch zahlreiche Newcomer sind mit dabei. Thematisch lassen sich diesmal mehrere Cluster ausmachen. Zu diesen Themenfeldern zählen etwa Digital Health, Female Empowerment oder die wirtschaftliche Transformation hin zu mehr Nachhaltigkeit. Sie sind nicht nur im öffentlichen Diskurs sehr präsent, sondern verleihen auch den Markengeschichten von Start-ups in diesen Bereichen Rückenwind.

Im E-Health-Bereich beobachten JvM und Appinio, dass sich die Potenziale aufstrebender Unternehmen etwa in den Bereichen Quick Commerce oder Telemedizin konkretisieren. Aber auch dort, wo die Transformation des Gesundheitswesens hin zu mehr Digitalisierung noch nicht sehr weit fortgeschritten ist, gebe es bereits genügend Geschäftsmodelle, die nur auf ihren Einsatz warten. Gerade FemTech-Start-ups schaffen vor allem im Health-Bereich neue Angebote speziell für Frauen.

Ein weiterer Trend, der zunehmend über alle Branchen hinweg an Relevanz gewinnt, ist sozial gerechtes und nachhaltiges Wirtschaften. So punktet die diesjährige Gewinner-Brand Share beispielsweise mit einem sozialen Geschäftsmodell für Verbrauchsgüter. Und auch in bereits hart umkämpften Märkten wie Mobilität und Energie haben junge Marken mit zukunftsweisenden Angeboten gerade gute Chancen, nicht zuletzt durch die aktuelle Energiekrise. Mit Zolar und Enpal finden sich etwa gleich zwei Start-ups im Solarbereich unter den Top 50.

Seit dem Abflauen der Corona-Pandemie und entsprechenden Beschränkungn sind auch Travel-Start-ups wieder stark auf dem Vormarsch. Sie liegen in der Markenwahrnehmung in allen Kategorien weit über dem Industrie-Benchmark.

Insgesamt finden sich unter den Top 50 auch Unternehmen, bei denen das Siegel "Start-up" inzwischen schon nicht mehr ganz zu passen scheint, wie Online-Modehändler About You oder eben auch Gewinnermarke Share.

Die Top 50 Start-ups im Ranking

© JvM / Appinio
© JvM / Appinio
Weitere Details zu den Top 50 sind im vollständigen Report einsehbar, der hier kostenlos heruntergeladen werden kann. hmb 
Methodik
  • Initiale Analyse von 208 Startups auf Basis öffentlich zugänglicher Daten.

  • Auswahl der Startups über Crunchbase und Dealroom sowie aktive Call-for-Entries, Business-Rankings und Expertenbefragung.

  • Erstellung der Shortlist anhand von Search-Traffic, Web-Traffic, Social Reach, Mitarbeiterzahl, Funding und Umsatz.

  • Online-Befragung über Appinio zur Markenwahrnehmung von insgesamt 183 Unternehmen (122 Startups, 22 Grown-ups, 39 Etablierte).

  • n = 8.060, in 8 Splits mit je 20–25 Marken, Internet-repräsentativ (18 bis 65 Jahre).

  • Definition von Startups: maximal zehn Jahre alt, Hauptsitz in Deutschland, mindestens noch ein:e Gründer:in im Unternehmen, Fokus auf B2C.

  • Die Top 3 der etablierten Marken entsprechen den bekanntesten Marken der jeweiligen Kategorie in Deutschland gemäß YouGov BrandIndex (Stand: 06/2022).

  • Das Ranking sortiert sich anhand eines Scores, der die Sichtbarkeit der Marke, emotionale Dimensionen sowie rationale Faktoren der Marke zu annähernd gleichen Teilen berücksichtigt. (Auf Basis einer Korrelationsmatrix des Datensatzes 2021 haben wir den Score in diesem Jahr justiert.)

  • Auch das Alter der Unternehmen fließt in den Score ein, um den Erfolg beim Markenaufbau in Relation zur benötigten Zeit zu setzen und so der Situation von Startup-Marken besser gerecht zu werden.

  • Der höchstmögliche Score beträgt 1.000.

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