Pilot Radar

Zustimmung zu Corona-Kampagnen erreicht neuen Tiefstwert

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Die Verbraucher achten beim Einkaufen stärker auf Angebote
© Pixabay / Anrita1705
Die Verbraucher achten beim Einkaufen stärker auf Angebote
Die Demonstrationen gegen die Einschränkungen des öffentlichen Lebens hinterlassen auch in der breiten Bevölkerung Spuren: Der Glaube an den Zusammenhalt der Gesellschaft in der Krise schwindet - und mit ihm auch die Zustimmung zu Kampagnen, die das Gemeinschaftsgefühl oder den positiven Beitrag von Marken betonen. Das geht aus der jüngsten Befragungswelle der Studienreihe "Markenkommunikation in Zeiten von Corona" der Agenturgruppe Pilot hervor.
So ist die Zustimmung zu Kampagnen, die den positiven Beitrag von Unternehmen zeigen, seit dem Höchststand Ende März (54 Prozent) auf aktuell nur noch 41 Prozent zurückgegangen. Auch Motive zum Zusammenhalt der Gesellschaft verlieren an Zustimmung und werden nur noch von 47 Prozent der Befragten positiv beurteilt (KW 14: 63 Prozent). Die Proteste gegen die Einschränkungen der Grundrechte haben also offensichtlich Spuren hinterlassen. Nur noch jeder Zweite stimmt der Aussage, dass die Coronakrise "uns als Gesellschaft stärker zusammenschweißt" zu. Ende März lag die Zustimmung noch bei 70 Prozent. Auch bei der Beurteilung der Schutzmaßnahmen ist das Meinungsbild zweigeteilt.


Allerdings gibt es auch positive Befunde im neuen Pilot Radar: So entwickelt sich die Ausgabebereitschaft wieder positiv. So ist der Anteil der Konsumenten, die weniger Geld ausgeben wollen, von 45 Prozent Ende April auf aktuell 37 Prozent gesunken. Das gilt erstaunlicherwesie auch für Verbraucher, die wirtschaftlich von der Krise betroffen sind. Allerdings achten die meisten Befragten stärker auf Schnäppchen: 59 Prozent der Befragten schauen sich vor dem Einkauf Prospekte an und suchen gezielt nach Angeboten. Auch beim Einkauf selbst halten 58 Prozent Aussschau nach Rabatten oder Aktionen. Das korreliert auch mit der Einstellung zur Werbung: So ist der Anteil der Deutschen, denen Werbung für Sonderangebote und Rabatte besonders gut gefällt, mit 56 Prozent unverändert hoch. 
Bei der allgemeinen Konsumstimmung zeichnen sich laut Pilot aktuell "leichte Tendenzen zu einer leicht nachlassenden Konsumlaune" ab - vor allem im Bereich Non-FMCG. Nach Wochen des Lockdowns und geschlossener Grenzen steigt allerdings die Sehnsucht nach Urlaub: Nachdem die EU-Länder eine Lockerung der Reisebeschränkungen erwägen, beschäftigt sich immerhin fast jeder Dritte (27 Prozent) wieder mit der Urlaubsplanung. 

"Die Monofokussierung der Menschen auf das alles beherrschende Thema verbunden mit einer überdurchschnittlich hohen Mediennutzung nimmt ab, das Interessens- und Aktivitätsspektrum wird wieder breiter", erklärt Pilot-Geschäftsführerin Martina Vollbehr. "Für werbungtreibende Unternehmen bedeutet das, dass es schwieriger wird, sich wieder in der zunehmenden Kakophonie Gehör zu verschaffen und die Aufmerksamkeit der Konsumenten zu erkämpfen. Gefordert ist daher eine sehr konsequente Kommunikationsarbeit mit gezielten Investments, sauber austariertem Werbedruck und attraktiven Inhalten – und dies können auch neue Produkte oder Angebote sein." dh
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