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Zalando hat seinen Hauptsitz in Berlin
HORIZONT
Onlinehandel

Zalando spart im Marketing - und wächst kräftig beim Umsatz

Zalando hat seinen Hauptsitz in Berlin
Zalando blickt zufrieden auf das erste Halbjahr 2020 zurück - trotz der Schwierigkeiten durch die Corona-Krise. In den ersten sechs Monaten des Jahres steigerte der Online-Modehändler seinen Umsatz um rund 20 Prozent auf 3,56 Milliarden Euro. Die Corona-Folgen federte Zalando dabei auch durch eine deutliche Verringerung der Marketing-Investitionen im 2. Quartal ab.
von Ingo Rentz Dienstag, 11. August 2020
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So wendete das Unternehmen laut dem jüngsten Finanzbericht zwischen dem 1. April und dem 30. Juni 105,3 Millionen Euro für Marketing auf, was 5,2 Prozent des Quartalsumsatzes von rund 2 Milliarden Euro entspricht. Im Vorjahreszeitraum hatte Zalando noch 130,4 Millionen Euro in Marketing investiert.


Weil die Berliner im 1. Quartal des laufenden Jahres im Marketing ordentlich auf die Tube gedrückt hatten, weist Zalando in der Halbjahresbilanz jedoch insgesamt höhere Marketingkosten als im Vorjahr aus. In den ersten sechs Monaten des Jahres investierte das Unternehmen demnach 228,5 Millionen Euro in Marketing, 1,3 Millionen mehr als im 1. Halbjahr 2019.

Tatsächlich hat man von Zalando abgesehen von der Corona-Kampagne "Together I am strong", die innerhalb weniger Wochen entwickelt worden war, im 2. Quartal 2020 nicht viel gehört. Zalando kann es sich allerdings auch erlauben, so vorzugehen: Die große Markenbekanntheit dürfte das Berliner Unternehmen jedenfalls davor bewahrt haben, die reduzierte Sichtbarkeit in Marketing und Werbung mit Einbußen beim Umsatz zu bezahlen.


Im Gegenteil: Zalando steigerte seine Einkünfte zwischen April und Juni sogar um starke 27,4 Prozent. Der Nettogewinn kletterte zwischen Mai und Juni von 45,5 Millionen im selben Zeitraum des Vorjahres auf 122,6 Millionen Euro.
Ursächlich für das starke 2. Quartal ist dem Unternehmen zufolge vor allem die Konzentration auf die eigene Plattformstrategie sowie der generelle Boom beim Onlinehandel. So schlossen sich in diesem Zeitraum 180 neue Firmen dem Partnerprogramm von Zalando an. Außerdem wurde die Zalando-Website im 2. Quartal rund 1,3 Milliarden Mal aufgerufen, eine Steigerung von über 30 Prozent. Die Zahl der Bestellungen wuchs um 28,6 Prozent auf 46,5 Millionen.

"In den letzten Monaten haben wir bewiesen, dass Zalando stark und agil ist, egal wie herausfordernd das Umfeld ist", so Finanzvorstand David Schröder. "Durch unsere klare Strategie, unsere starken Partnerschaften und einer außergewöhnlichen Teamleistung sind wir aus der ersten Welle der Pandemie gestärkt hervorgegangen. Viele Partner sind deutlich aktiver auf unserer Plattform und konnten mit uns gemeinsam erfolgreich wachsen."
„In den letzten Monaten haben wir bewiesen, dass Zalando stark und agil ist, egal wie herausfordernd das Umfeld ist.“
David Schröder, CFO Zalando
Daran will Zalando anknüpfen: "Das Unternehmen investiert verstärkt in Kundenbeziehungen, den Ausbau seiner Basis an aktiven Kunden sowie das Plattformgeschäft", heißt es in einer Mitteilung. Daher ist man bei Zalando auch zuversichtlich, die Prognose für das Gesamtjahr erfüllen zu können. Für 2020 erwartet das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 15 bis 20 Prozent und ein bereinigtes EBIT von 250 bis 300 Millionen Euro sowie Investitionen zwischen 230 und 280 Millionen Euro. 

Inzwischen scheint das Unternehmen auch in der Werbung wieder Gas zu geben. Kurz nach Beginn des 3. Quartals begann die Medialisierung der Kampagne #OurStyleOfComenback, mit der Zalando seine Kunden daran erinnern will, trotz Corona den Sommer so gut es geht zu genießen. ire
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