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Die Klamotten doch lieber online ordern, anstatt in den Laden zu gehen?
Imago / Westend61
Online-Modehandel

Gibt Affiliate-Marketing dem E-Fashion-Markt einen Schub?

Die Klamotten doch lieber online ordern, anstatt in den Laden zu gehen?
Der Modehandel hat im vergangenen Jahr stark gelitten - doch was den E-Commerce betrifft, gibt es zumindest kleine Anzeichen für eine Trendwende: Laut dem Affiliate-Netzwerk Admitad Affiliate stieg die Zahl der Online-Verkäufe der Modebranche europaweit von Januar bis April 2021 um 73 Prozent gegenüber September bis Dezember 2020 an. Deutschland liegt mit einem Plus von 69 Prozent nur leicht unter dem Durchschnitt.
von Bettina Sonnenschein Freitag, 25. Juni 2021
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Unter die Top 10 der Länder mit der am schnellsten wachsenden Zahl von Online-Modebestellungen schafft es Deutschland damit zwar nicht - hier liegen unter anderem Irland, Italien, die Slowakei, Dänemark und Slowenien vorn. Und auch in Sachen Warenkorbwert sind die Deutschen längst nicht mit anderen europäischen Kunden zu vergleichen: Der durchschnittliche Warenkorbwert hierzulande liegt bei 40 Euro - französische Online-Kunden von Mode haben im Schnitt 147 Euro auf dem Bon stehen.


Der durchschnittliche Warenwert beim Online-Modekauf liegt in Frankreich mit Abstand am höchsten.
© Admitad Affiliate
Der durchschnittliche Warenwert beim Online-Modekauf liegt in Frankreich mit Abstand am höchsten.
Doch der Anstieg um die erwähnten 69 Prozent mehr Online-Käufe kann als Anzeichen dafür gewertet werden, dass auch in Deutschland Online als Fashion-Shoppingkanal stärker in den Fokus rückt. Zudem stieg die Zahl der direkten Klicks auf Marken-Websites um 15 Prozent an. Europaweit betrachtet gibt es hier einen Zuwachs um 18 Prozent.

Aus Sicht des Affiliate-Netzwerks ist dieser Umstand natürlich nicht unerheblich: Dass öfter auf Werbebotschaften von Markenshops geklickt wird, liegt im Interesse des Anbieters. Er stellt aber zudem fest, dass immer mehr Marken auch bereit sind, sich einem entsprechenden Affiliate-Programm anzuschließen. Die Währung dabei ist nicht mehr Pay per Click, sondern Pay per Action: Nur tatsächlich abgeschlossene Käufe der User führen zum Ziel. 

Die Zahl der gemeinsamen Angebote von Websites und Markenshops hat sich laut Admitad Affiliate im Untersuchungszeitraum um 12 Prozent erhöht. Das Netzwerk gibt außerdem an, dass der Anteil vom Traffic-Typ Affiliate Shop am Gesamtumsatz in der Modebranche inzwischen am höchsten sei. Weil mehr Traffic mehr Umsatz bedeute, spreche dies unbedingt für ein entsprechendes System.
Klicks auf Affiliate-Links tragen am meisten zum Gesamtumsatz im Mode-Onlinehandel bei.
© Admitad Affiliate
Klicks auf Affiliate-Links tragen am meisten zum Gesamtumsatz im Mode-Onlinehandel bei.
Den Gesamtanstieg von Onlinekäufen seit Jahresanfang führt Admitad Affiliate auf zwei Umstände zurück: Zum einen auf den Wunsch vieler Kunden, das nachzuholen, was sie im vergangenen Jahr nicht erworben haben. Zum anderen auf den Unwillen, sich für den stationären Einkauf vorab auf das Corona-Virus testen lassen oder im Laden Maske tragen zu müssen. Denn im abgefragten Zeitraum wäre es aufgrund von Teil-Lockerungen - wenn auch nicht in Deutschland - in vielen europäischen Ländern durchaus möglich gewesen, vor Ort einzukaufen.

Die Ergebnisse seiner Veröffentlichung hat das Affiliate-Netzwerk auf der Basis von Angaben durch rund 1000 Advertiser erstellt. Sie beruhen auf abgewickelten und bestätigten Online-Bestellungen über eigene Marken-Shops innerhalb der EU. son

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