Special

Der freie Berater Patrick von der Gönna sieht in der DSGVO auch eine Chance, Versäumtes nachzuholen
BVDW/ Online Ad Summit
Online Ad Summit

Warum die DSGVO nicht nur Wahnsinn war, sondern auch Chance ist

Der freie Berater Patrick von der Gönna sieht in der DSGVO auch eine Chance, Versäumtes nachzuholen
Es gab wohl keinen anderen Tag in diesem Jahr, der den Werbungtreibenden so sehr die Schweißperlen auf die Stirn trieb wie der 25. Mai: Der Tag, an dem die viel gefürchtete neue Datenschutz-Grundverordnung, kurz DSGVO, in Kraft getreten ist. Das ist nun fast vier Monate her. Auf dem Pre-Dmexco-Event Online Ad Summit in Köln zieht der freie Berater Patrick von der Gönna eine erste Bilanz. Und zeigt: Die DSGVO war nicht nur Wahnsinn - sondern auch Chance.
von Katharina Brecht Dienstag, 11. September 2018
Alle Artikel dieses Specials
X

Obwohl bereits vor Inkrafttreten der DSGVO gemutmaßt wurde, dass die Einschnitte durch ePrivacy deutlich immenser sein werden als die neuen Datenschutzregeln, hat die DSGVO so einiges Chaos bei den Werbungtreibenden ausgelöst. Der Berater Patrick von der Gönna findet sogar ein noch deutlicheres Wort für den Zustand: Es war ein Höllenritt bis zum 25. Mai.



Doch im Nachhinein blieben die viel befürchteten Katastrophen - zumindest bislang - aus. Es gab kaum Abmahnungen und auch keine riesigen Umsatzeinbrüche, berichtet von der Gönna in seiner Keynote.

Die DSGVO hat nicht nur große, sondern auch kleine Unternehmen wie Frisöre bewegt
© BVDW / Online Ad Summit
Die DSGVO hat nicht nur große, sondern auch kleine Unternehmen wie Frisöre bewegt
Ohnehin sieht er auch einige Vorteile der DSGVO: Das beliebige und unkontrollierte Einsammeln von Daten ist vorbei. Doch für Werbungtreibende bedeutet das einigen Aufwand: Sie müssen die einmal eingerichtete Transparenz nun halten, ihre Angaben permanent aktualisieren und dokumentieren, welche Folgen die Datensammlerei für den Kunden hat.


„So, wie wir mit Daten umgegangen sind, konnte es nicht weitergehen.“
Patrick von der Gönna
"Das dauert, ist sehr aufwändig und frisst Zeit", so der Berater, der unter anderem IP und die RTL Mediengruppe zu seinen Kunden zählt. "Doch wir tragen als Branche eine Teilschuld, dass der Gesetzgeber sich gezwungen fühlte, einzugreifen". Denn viele Werbungtreibende wüssten eben überhaupt nicht, wann, wofür und wie viele Daten eingesammelt und verwendet werden – und wo sie landen. "So, wie wir mit Daten umgegangen sind, konnte es nicht weitergehen."

Für die Zukunft schließt sich von der Gönna deswegen den diesjährigen Forderungen der OWM-Vorsitzenden Tina Beuchler an: Der User muss beim Datensammeln im Vordergrund stehen - "und er muss uns an allen digitalen Touchpoints vertrauen können". Deswegen sei die DSGVO eben nicht nur ein großer Wahnsinn gewesen, der auch viele kleinere Unternehmen zur Verzweiflung trieb – sondern auch eine Chance, sich auf den vertrauensvollen Umgang mit Userdaten zurückzubesinnen und dies ab sofort umzusetzen. Auch mit Blick auf ePrivacy. bre

stats