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Der Instagram-Kanal von Sonnyloops
© Screenshsot Sonnyloops / Instagram
Der Instagram-Kanal von Sonnyloops
Die Debatte um die Kennzeichnungspflicht für Influencer bekommt neue Nahrung. Nachdem sowohl Cathy Hummels als auch Vreni Frost in diesem Jahr bereits Teilerfolge in den gegen sie geführten Schleichwerbeprozessen erzielt hatten, hat ein Gericht im Falle der Influencerin Sonnyloops am Donnerstag anders entschieden.
Das Oberlandesgericht Frankfurt hat Sonnyloops auferlegt, ihre Beiträge auf der Plattform Instagram als Werbung zu kennzeichnen. Auf Antrag eines Verlages erließ das Gericht am Donnerstag eine unanfechtbare einstweilige Verfügung gegen die junge Frau, die in ihren Beiträgen vielerlei Produkte und Dienstleistungen vorstellt und auch verlinkt. Nach Auffassung der Richter handelt es sich dabei um Werbung, die als solche gekennzeichnet werden müsse.


Sonnyloops hat auf Instagram und Youtube jeweils mehr als 600.000 Anhänger. Der Instagram-Account der Frau sei als kommerziell einzuordnen, befand das Gericht. Das sei für die Nutzer aber nicht unmittelbar zu erkennen, weil sie sich als Privatperson präsentiere, die andere an ihrem Leben teilhaben lasse. Die Influencerin habe sich auch in mindestens zwei Fällen ausdrücklich für Reiseeinladungen als Gegenleistung bedankt.

Die Posts von Sonnyloops seien zudem geeignet, "den Verbraucher zu einer geschäftlichen Handlung zu veranlassen, die er andernfalls nicht getroffen hätte", stellt das OLG fest. Es genüge, dass die Verbraucher aufgrund der Posts Internetseiten öffneten, die es ermöglichten, sich näher mit einem bestimmten Produkt zu befassen. Die Verbraucher würden hier auf den jeweiligen Instagram-Account der Hersteller der präsentierten Produkte geleitet. "Entscheidend ist, dass die Antragsgegnerin als Influencerin und damit als Werbefigur ihre Follower zum Anklicken der Tags motiviert", bringt das OLG sein Urteil auf den Punkt.


Der Anwalt von Sonnyloops hält die Anforderungen des Gerichts für zu weitgehend. Faktisch würden sie dazu führen, dass über nahezu jedem Post bekannter Influencer das Wort "Werbung" stehen müsse, teilte er mit. Die Nutzer erführen dann gerade nicht, ob es eine Gegenleistung für die Nennung gegeben habe oder nicht. Seine Mandantin wolle den Beschluss nicht anerkennen und den Rechtsstreit in der Hauptsache weiterbetreiben. Notfalls müsse der BGH eine höchstrichterliche Entscheidung fällen. mas/dpa
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