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Nachhaltiger zu handeln, ist für viele Unternehmen ein zentrales Ziel - auch im Marketing
Pexels / Alena Koval
Ökologisches Bewusstsein

Vier Ideen für nachhaltigere Print-Mailing-Kampagnen

Nachhaltiger zu handeln, ist für viele Unternehmen ein zentrales Ziel - auch im Marketing
Nachhaltiges Handeln steht bei vielen Unternehmen auf der Prioritätenliste ganz oben. Im Marketing lassen sich effektiver Klimaschutz und zeitgemäße Imagebildung vereinen – auch bei Print-Mailing-Kampagnen. Wie sie ökologisch verantwortungsvoll umgesetzt werden können, zeigen die folgenden vier Inspirationen.
von Andre Gärisch Montag, 26. September 2022
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Im Sinne des Klimaschutzes nachhaltige Ziele zu verfolgen, ist ein zentrales Anliegen vieler Unternehmen. Auch im Marketing stellen sich Verantwortliche die Frage, wie sich Werbekampagnen im Hinblick auf ökologische Aspekte optimieren lassen – ohne dass dabei die Wirkung leidet. Zu den effektivsten Werbemitteln zählt das Print-Mailing, das gemäß der aktuellen CMC Print-Mailing-Studie eine Conversion Rate von 4,7 Prozent erzielt. Deswegen und aufgrund der Möglichkeit zur multisensualen Markeninszenierung setzen immer mehr Online-Retailer auf das haptische Werbemittel. Beherzigen sie dabei unter anderem diese vier Tipps, lässt sich der ökologische Footprint abmildern.

1. Köstliche Anschreiben 

Wenn der Empfänger nicht nur die Werbebotschaft verinnerlicht, sondern auch das Anschreiben selbst – indem er es kurzerhand verspeist –, wird das Print-Mailing ganz und gar genutzt. Das Unternehmen Flyers2Eat stellt seit 13 Jahren Flyer, Produktkarten und Einladungen her, die den Gaumen bezirzen. "In der Praxis zeigt sich, dass der Empfänger die Karte nicht sofort isst, sich stattdessen ausgiebig mit ihr beschäftigt und sie etwa in Meetings seinen Kollegen oder per Social Media seinen Freunden präsentiert", sagt Peter Jozephs, Produktmanager bei Flyers2Eat. Die Karte sorge für reichlich Gesprächsstoff, weil sie sich von der Masse deutlich abhebt.
Der Öko-Footprint einer verzehrbaren Einladung ist minimal - denn die Werbung wird vollständig verinnerlicht
© Flyers2Eat
Der Öko-Footprint einer verzehrbaren Einladung ist minimal - denn die Werbung wird vollständig verinnerlicht
"Unser Esspapier besteht aus Kartoffelstärke und ist gesüßt mit einem Vanillearoma, das speziell für uns entwickelt wurde. Wir bedrucken es gestochen scharf mit Lebensmitteltinte", schildert Jozephs. Um das Schreiben zu schützen, werde es mit einem recycelbaren Plastik- oder Bioplastik-Cover umhüllt. Mit der Karte ließen sich Marken-Storys mit ökologischem oder innovationsspezifischem Bezug veranschaulichen. Neben Kommunikationsagenturen, Bildungsinstituten und Lebensmittelfirmen zählten auch E-Commerce-Player zum Kundenstamm: "Ihnen ermöglichen essbare Print-Mailings, aus dem virtuellen Raum herauszutreten und die Marke multisensual wirken zu lassen", so Jozephs.

2. Blühende Botschaften 

Die Idee eines zweitverwertbaren Print-Mailings kann ebenso florale Blüten treiben. Wenn der Empfänger im Briefkasten ein Kuvert mit spitzen Hügelchen ertastet, könnte es von Greengiving stammen – einem Produzenten von Papieren mit Blumensamen. "Den Absendern geht es darum, einen Überraschungseffekt zu erzeugen und den Kunden etwas wirklich Wertiges zu bieten", erläutert Karin de Fauwe, CRM-Expertin bei Greengiving. Die Marke profitiert durch eine herausstechende, wiedererkennbare Aufmachung. Die Spannung und die Neugier auf den Inhalt steigen.
In diesem Kuvert stecken etliche Blumensamen - kleine Hügelchen deuten es an
© Greengiving
In diesem Kuvert stecken etliche Blumensamen - kleine Hügelchen deuten es an
Das Papier ist robuster als bei gewöhnlichen Kuverts, zudem standardmäßig mit einer Mischung aus Sommerblumen versehen. "In der Vergangenheit haben wir aber auch schon Kräuter, Mohn und Vergissmeinnicht bereitgestellt", sagt de Fauwe. Der Nutzer müsse lediglich das Papier in einen Blumentopf einpflanzen: "Dann werden die Samen lebendig und das Papier wird kompostiert." Durch die Verschönerung der eigenen vier Wände oder des Balkons liefern werbende Unternehmen ihren Kunden einen außergewöhnlichen Mehrwert – über den sich ganz nebenbei auch bedrohte Insektenarten freuen. Eines dürfen mit Samenpapieren werbende Unternehmen aber auf keinen Fall vergessen: im Anschreiben zu erklären, was es mit dem ungewohnten Kuvert auf sich hat.

3. Korrekte Adressen 

Wer Print-Mailings ausliefern lässt, ohne vorher zu prüfen, ob die eingesetzten Adressen korrekt sind, riskiert negative Konsequenzen monetärer, wirkungsspezifischer und ökologischer Natur. Durch Umzüge, Hochzeiten, Scheidungen, Todesfälle, Insolvenzen, Neugründungen und umbenannte Straßen kommt es häufig zu Änderungen in den offiziellen Datensätzen. Unternehmen unterschätzen diese Tatsache oder bekommen sie nicht angemessen in den Griff – denn gemäß der Adress-Studie 2021 von Deutsche Post Direkt ist jede siebte Adresse in den Kundendatenbanken deutscher Unternehmen falsch.

Speziell große Mengen an Stammkunden-Datensätzen sollten daher im Sinne eines minimierten Streuverlustes regelmäßig einer Prüfung unterzogen werden. Die Deutsche Post bietet einen kostenlosen und durch den User selbst durchführbaren Adress-Check an. Interessierte erhalten binnen weniger Minuten eine grafisch aufbereitete Übersicht über die analysierten Kriterien, das Aktualisierungspotenzial sowie die Kosten, die für eine Bereinigung anfallen würden. Auf diese Weise spart der Absender mitunter eine Menge Geld, indem er etwa Rückläufer nicht noch einmal versenden muss – gleichzeitig profitiert die Umwelt durch einen geringeren logistischen Aufwand.

4. Kompensierte Kampagnen

Durch Kompensationsprogramme können werbende Unternehmen ihren ökologischen Footprint ausgleichen. Im Bereich des Print-Mailings kann dieses Ziel etwa durch das Go-Green-Programm der Deutschen Post verwirklicht werden. Das Prinzip beruht darauf, dass die Menge an CO2-Emissionen, die durch eine Dialog-Kampagne entsteht, nach einem verifizierten Prozess zunächst berechnet wird. Anschließend erwirbt die Deutsche Post "Emissionsgutschriften", um den ermittelten Wert auszugleichen.

Diese Gutschriften fließen in facettenreiche Klimaschutzprojekte – gefördert werden etwa Windparks in Chile, Biogasanlagen in Nepal oder auch ein Kleinwasserkraftwerk in Honduras. Durch das Go-Green-Logo auf der Außenseite des Kuverts wird das ökologische Engagement sichtbar – und der Absendermarke unmittelbar zugeordnet. Seit Kurzem haben Marketer auch die Möglichkeit, das Programm Go-Green-Plus in Anspruch zu nehmen, bei dem direkt im logistischen Netz Emissionen vermieden werden, etwa durch den Einsatz von Biogas oder Elektro-LKWs.

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