Nielsen-Bilanz

Deutscher Werbemarkt legt im ersten Halbjahr nur leicht zu

Tipico mit Testimonial Oliver Kahn fuhr die Spendings im ersten Halbjahr massiv hoch
© Tipico
Tipico mit Testimonial Oliver Kahn fuhr die Spendings im ersten Halbjahr massiv hoch
Die verhaltenen Prognosen der Agenturen scheinen sich zu bewahrheiten: In den ersten sechs Monaten des Olympia- und WM-Jahres wächst der deutsche Werbemarkt nur leicht. Das Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum liegt laut Nielsen bei 0,6 Prozent. Die deutschen Werbungtreibenden investierten demnach insgesamt rund 14,9 Milliarden Euro brutto in Werbung.
An Procter & Gamble kann es nicht gelegen haben, dass das Plus so moderat ausfällt. Der Konsumgüterriese aus Schwalbach erhöhte die Spendings gegenüber dem Vorjahr um satte 10,8 Prozent auf insgesamt über 437 Milllionen Euro und bleibt damit klar die Nummer eins der größten deutschen Werbungtreibenden. Weiterhin besonders stark setzt das Unternehmen auf TV: Gegenüber dem Vorjahr erhöhte P&G seine Brutto-Werbeausgaben hier um rund 45,6 Millionen Euro.


Von den in den Top 5 platzierten Unternehmen hat nur L'Oreal die Spendings heruntergefahren: Mit rund 169 Millionen Euro (-2,3 Prozent) steht das Unternehmen hinter Ferrero (201 Millionen, +3,4) und vor Lidl (162 Millionen, +7,6) auf Rang drei der Top-Spender. Kräftig zugelegt haben außerdem Media-Saturn (+14,7), Kaufland (+25,5) und Telefónica (+26,9).

Die größten Werbespender im ersten Halbjahr 2018

Quelle: Nielsen
Doch keiner von ihnen drückt derzeit so kräftig aufs Gas wie Tipico. Der Wettanbieter steigerte seine Brutto-Werbeinvestitionen um sagenhafte 445 Prozent auf rund 94 Millionen Euro. Fast zwei Drittel davon flossen in den Bereich-Desktop-Werbung. Das größte Minus dagegen hat Samsung zu verzeichnen. Der Elektronikhersteller strich seine Ausgaben um mehr als ein Viertel auf 76 Millionen Euro zusammen.

Bei den Gattungen verzeichnet Mobile das größte Plus mit 68 Prozent. In mobile Werbung wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres laut Nielsen 441 Millionen Euro brutto investiert. Auch Radio verzeichnet ein gutes erstes Halbjahr mit einem Plus von 2,9 Prozent auf 930 Millionen Euro. Bei den klassischen Bewegtbild-Kanälen herrscht dagegen Flaute. Zwar bleibt TV mit Gesamtspendings von knapp 7 Milliarden Euro das Maß aller Dinge - allerdings verliert die Gattung gegenüber dem Vorjahr 0,1 Prozent. Noch heftiger trifft es Kino: Werbung in Lichtspielhäusern bricht um 13,2 Prozent ein. Weiterhin auf Wachstumskurs sind dagegen die Zeitungen: Mit Spendings in Höhe von 2,4 Milliarden Euro liegt die so gebeutelte Gattung mit 0,9 Prozent im Plus. Desktop dagegen leidet offensichtlich unter den stark gestiegenen Mobile-Spendings. PC-Werbung verzeichnet Einbußen von 5 Prozent, mit 1,2 Milliarden Euro ist Desktop im Gattungsvergleich aber immer noch die Nummer vier. ire
stats