Neymar Jr.

So reagieren die Sponsoren auf den Vergewaltigungsvorwurf gegen den Superstar

Neymar im aktuellen Nike-Spot "Dream Further"
© Nike / Youtube
Neymar im aktuellen Nike-Spot "Dream Further"
Fußball-Superstar Neymar Jr. soll eine Frau vergewaltigt haben - dieser monströse Vorwurf wird derzeit in Neymars Heimat Brasilien untersucht. Auch für die Sponsoren des 27-Jährigen eine schwierige Situation - entsprechend zögerlich zeigen sich Unternehmen wie Nike, Diesel und DAZN.
Angeblich soll Neymar das brasilianische Model Najila Trindade Mendes de Souza in Paris, wo der Kicker unter Vertrag steht, Mitte Mai in einem Hotelzimmer vergewaltigt haben. Ihre zunächst anonym abgegebene Aussage hat die 26-Jährige inzwischen auch öffentlich bekräftigt. Neymar, der aktuell wegen eines Bänderrisses pausiert, musste deswegen nun bei der Polizei in Rio de Janeiro seine Version der Dinge schildern.


Nun gehört Neymar nicht nur unbestritten zu den besten Fußballern der Welt, sondern auch zu den beliebtesten Testimonials beim kickenden Personal. Zu seinen Werbepartnern zählen laut der offiziellen Website des 27-Jährigen Nike, Gillette, Beats by Dre, Mastercard und DAZN. An den Sponsoren sollte der Vorwurf, dem sich ihr Botschafter aktuell gegenübersieht, eigentlich nicht spurlos vorbeigehen.

Tätig geworden ist allerdings bislang keines der Unternehmen. Brasilianischen Medienberichten zufolge ist die Partnerschaft mit Gillette ausgelaufen - allerdings schon bevor die Vorwürfe publik wurden. "Neymar Jr. ist kein aktueller Gillette-Partner. Unser Vertrag endete, bevor die Anklage gegen ihn erhoben wurde", so ein Sprecher von Procter & Gamble gegenüber Correio do Povo. Der Vertrag sei bereits Anfang 2019 nicht verlängert worden - unklar bleibt, warum die Marke immer noch auf Neymars Website auftaucht.
Nike zeigte sich ob der Vorwürfe gegen das Top-Testimonial "sehr beunruhigt". Man werde "die Situation weiterhin genau beobachten", teilte das Unternehmen mit. Genau so hatte der Sportartikler auch reagiert, als im vergangenen Jahr Cristiano Ronaldo mit dem Vorwurf der Vergewaltigung konfrontiert wurde. Für deutsche TV-Zuschauer war Neymar noch am vergangenen Samstag jedenfalls ziemlich präsent: Im Vorfeld der Partie Deutschland gegen China bei der Frauen-WM lief der aktuelle Nike-Spot - in dem Neymar einen kleinen Auftritt hat. 


Auch Qatar Airways schickt zur Frauen-WM weiterhin den ursprünglichen Spot durchs Netz, in dem Neymar eine prominente Rolle spielt. Mastercard soll brasilianischen Medien zufolge hingegen vorgehabt haben, ihn aus der kommenden Kampagne zu streichen. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bestätigte ein Sprecher des Unternehmens jedoch lediglich, dass man eine Werbekampagne für die Copa América (14. Juni bis 7. Juli) plane. 

Dem deutschen Publikum ist Neymar überdies zuletzt häufig als Diesel-Testimonial begegnet. Die Marke hat gemeinsam mit dem Brasilianer einen Herrenduft entwickelt, hiesiger Lizenznehmer dafür ist L'Oréal. Auf Nachfrage teilt Diesel mit, man beobachte die Situation, habe zu diesem Zeitpunkt aber keinen weiteren Kommentar abzugeben.
Ähnlich hört sich dies von DAZN an: Der Streaming-Dienst hatte Neymar erst im Frühjahr als globalen Markenbotschafter verpflichtet. Gegenüber HORIZONT Online erklärt das Unternehmen: "Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir dazu keinen Kommentar abgeben." ire
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