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Flipboard bereitet sich für eine Deutschland-Offensive vor
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Flipboard holt Shazams Deutschlandchef - und startet erste Native-Kampagne

Flipboard bereitet sich für eine Deutschland-Offensive vor
Das US-Unternehmen Flipboard bietet sich Verlagen und Medienhäusern seit einigen Monaten verstärkt als Facebook-Alternative an, die Nachrichten-App ist seit einem halben Jahr auch in einer deutschen Version verfügbar. Für die Deutschland-Offensive hat sich Flipboard nun die Dienste von Richard Harless gesichert, der zuvor das Berliner Büro des Apple-Zukaufs Shazam leitete. Auch eine erste native Werbekampagne ist nun angelaufen.
von Giuseppe Rondinella Freitag, 14. Juni 2019
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Harless hat seinen neuen Posten als Deutschlandchef von Flipboard (offiziell: Head of Commercial Operations) bereits Anfang Juni angetreten und berichtet direkt an Josh Partridge, Vice President für Europa, den Mittleren Osten und Afrika. In den vergangenen Wochen hatte er mit seinem Team, bestehend aus zwei Mitarbeitern, ein Büro in der Nähe des Alexanderplatzes in Berlin bezogen. Von dort aus soll Harless die Deutschland-Offensive leiten. Die Nachrichten-App hatte im vergangenen Jahr erstmals eine deutsche Version auf den Markt gebracht.


Mit Deutschland-Offensiven kennt sich Harless aus. Der Amerikaner eröffnete als Deutschland-Chef im Juni 2017 für den Musikerkennungsdienst Shazam in Berlin das erste Büro in Kontinentaleuropa. Die Mission damals: Bei deutschen Werbekunden für die App trommeln. Nachdem Apple Shazam übernahm und werbefrei machte, war diese Mission allerdings hinfällig. Harless verließ Shazam im Dezember, das Berliner Büro wurde dichtgemacht.

Bei Flipboard handelt es sich um eine Nachrichten-App für mobile Endgeräte aus den USA. Das Unternehmen wurde vor neun Jahren gegründet und behauptet, mit seinen Inhalten mehr als 150 Millionen monatlich aktive Nutzer zu erreichen, in Deutschland sind es 3,6 Millionen. Flipboard arbeitet mit Verlagen und Medienhäusern zusammen und kuratiert deren Online-Inhalte. Mit der Werbung, die in den thematischen Umfeldern platziert wird, verdient Flipboard seine Brötchen.


Richard Harless
© Robert Lehmann
Richard Harless
Hierzulande arbeitet Flipboard unter anderem mit Spiegel Online, der Süddeutschen Zeitung, Vogue sowie diversen Axel-Springer-Titeln zusammen. Sie erhoffen sich durch die Sichtbarkeit in der App eine größere Online-Reichweite, Flipboard ein attraktiveres Umfeld für seine Werbekunden. Der europäische Markt - und speziell der deutsche - ist eigenen Angaben zufolge der wachstumsstärkste für das Unternehmen.

Auch deshalb hat die News-App den deutschen Markt für seine erste Native-Content-Kampagne ausgewählt, die seit ein paar Tagen auf der Plattform zu sehen ist. Das Heiztechnik-Unternehmen Viessmann bewirbt in den Anzeigen (siehe unten) sein Sponsoring in der Formel-E sowie seine Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Das Besondere: Die Anzeigen haben einen Native-Look, sehen also auf den ersten Blick aus wie normale News-Elemente. Im unteren Bildrand findet der Nutzer den Hinweis "Advertismnet" sowie den Namen des Werbekunden.
Viessmann wirbt auf Flipboard
© Flipboard
Viessmann wirbt auf Flipboard
Flipboard hatte zuletzt einen Rückschlag erleben müssen, als im Mai ungeklärte und nicht autorisierte Zugriffe auf die Datenbank des Unternehmens bekannt geworden waren. Betroffen davon war nur ein Teil der Nutzerdaten, unter anderem Informationen zur Kontoanmeldung wie Name, kryptografisch geschütztes Passwort und E-Mail-Adresse. Möglicherweise wurden Kopien davon erstellt. Die Nachrichten-App forderte ihre Nutzer daraufhin auf, ein neues Passwort zu vergeben. ron
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