Neuer Werbetrend?

Jetzt entdeckt auch McDonald’s den Vatertag als Marketingthema

Für ihren Papa greift die kleine Tochter auch zur Tätowiernadel
© McDonald's
Für ihren Papa greift die kleine Tochter auch zur Tätowiernadel
Dass Messer, Gabel, Schere und Licht nichts für kleine Kinder sind, sagt schon das Sprichwort. Tätowiernadeln erwähnt das Sprichwort allerdings nicht, wie ein Vater im neuen Werbeclip von McDonald’s erfahren muss. Der von der PR-Agentur Salt Works kreierte Auftritt reiht sich in eine ganze Gruppe von Werbungtreibenden ein, die den bisher fast komplett ignorierten Feiertag für sich entdeckt haben.

Wie sich dieser Trend entwickelte, ist Interpretationssache. Einerseits zeigte der Skandal um das Muttertagsvideo von Edeka, dass es zu diesen Feiertagen eine öffentliche Aufmerksamkeit gibt, die sich zu werblichen Zwecken nutzen lässt. Und dieser Kommunikationsanlass ist für Werbungtreibende in der Ära der Haltungswerbung besonders reizvoll. Gleichzeitig sind diese Daten auch eine gute Chance für zielgruppenorientierte Marketingansätze: So nutzt Astra den Vatertag, um Frauen für sein Produkt zu interessieren. Umgekehrt veranstaltet Douglas eine ganze Aktionswoche, um Väter und letztlich damit alle Männer stärker für sein Sortiment zu interessieren.


Für McDonald's selbst war vor allem der erste Grund entscheidend. Wie eine Unternehmensprecherin bestätigt, sei die Entshceidung für den Auftritt vor dem Hintergrund der Aktionen "anderer Marken" zum Muttertag gefallen: "Da haben wir uns entschlossen, am Vatertag augenzwinkernd die Coolness von Vätern aufzugreifen."

Die bisherigen Kampagnen zu Vater- aber ganz besonders auch Muttertag haben allerdings auch gezeigt, dass diese Feiertage für Werbungtreibende zu einem Minenfeld gesellschaftspolitischer Debatten werden können. Dieses Risiko umschifft McDonald’s mit seiner Geschichte, die konsequent mit Rollenklischees bricht – allerdings auch einen ziemlich leichtsinnigen Vater zeigt. Denn dieser ist auch Besitzer eines Tattoo-Studios und lässt seine kleine Tochter mit einem Kunden allein. Womit er offensichtlich nicht rechnet: Seine Tochter nutzt die Gelegenheit, um dem Kunden ein Herzchen mit der Inschrift Papa zu tätowieren.


McDonald’s hat diese Kampagne ausschließlich für Facebook und Instagram entwickelt und dementsprechend auch für eine mobile Nutzung konzipiert. Die Zielgruppe der taktischen Markenbotschaft sind jüngere Nutzer mit hoher Affinität zum Mobile Web. Der Spot (Filmproduktion: Sunshine) ist  losgelöst von der Jahreskampagne „Ob du’s glaubst oder nicht“, bleibt aber dem hier gewählten Storytelling-Ansatz treu, Mut zum nicht ganz perfekt sein zu zeigen. cam

Themenseiten zu diesem Artikel:
stats