Nachhaltigkeit

Ritter Sport lässt Verbraucher Papierverpackung testen

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Ritter Sport experimentiert mit Papierverpackungen
© Ritter Sport
Ritter Sport experimentiert mit Papierverpackungen
Ritter Sport will seinen Kunden und Fans demonstrieren, dass man sich in Waldenbuch Gedanken über Themen wie Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit macht. Deswegen hat der Schokoladenhersteller nun eine Papierverpackung entwickelt und lässt diese derzeit von den Verbrauchern testen.
500 Tester suchte Ritter Sport per Blogeintrag und Social Media. Die Frist lief am Wochenende ab - man kann sein Glück aber noch im Werks-Shop in Waldenbuch sowie im Flagship-Store in Berlin versuchen. Im Lebensmitteleinzelhandel sind die Tafeln nicht zu finden.


Aber warum überhaupt ein Prototyp mit Papierverpackung? Bei Ritter Sport betont man, dass es sich dabei nicht bloß um einen Marketing-Gag handelt. Die Vermutung könnte man durchaus haben, sind Nachhaltigkeit und insbesondere Plastikmüll derzeit Themen, über die sich Hersteller und Händler bei kritischen Konsumenten profilieren wollen.
Ritter Sport hat seit Mitte vergangener Woche drei Artikel im hauseigenen Blog eingestellt, die sich mit dem Papier-Experiment beschäftigen. Dieses sei "ein konkretes Beispiel dafür, wie wir unseren Anspruch, im Einklang mit Mensch und Natur zu wirtschaften, mit Leben füllen", verspricht das Unternehmen in dem jüngsten Beitrag.

Zwar habe man mit der seit 1991 eingesetzten Polypropylen-Verpackung bereits eine recycelbare Lösung, die geeignet für fetthaltige Nahrungsmittel sei und für die außerdem wenig Material benötigt werde. "Aber für Papier ist sowohl das Entsorgungs- als auch das Recyclingsystem viel besser organisiert", heißt es im Blog. Damit spricht Ritter Sport einen Punkt an, den Umweltschützer immer wieder kritisieren. Zwar trennen die Deutschen mit Inbrunst ihren Müll - laut Umweltbundesamt wird aber nur knapp 16 Prozent des Plastikmülls in Deutschland wiederverwertet.


Außerdem hat man bei dem Schokohersteller, der seine Produkte in 100 Länder vertreibt, laut Blogbeitrag auch das internationale Geschäft im Blick: "Da es längst nicht in allen Ländern für Kunststoffe ein so ausgeklügeltes Recyclingsystem wie unseren Grünen Punkt gibt, dafür aber in vielen Ländern eine Papiersammlung und ein entsprechendes Papierrecycling durchgeführt wird, ist Papier gesamtheitlich betrachtet also besser."
Michaela Holzäpfel, Marketingleiterin Deutschland Alfred Ritter
© Alfred Ritter
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Die Reaktionen der Verbraucher in den sozialen Netzwerken fallen grundsätzlich wohlwollend aus - allerdings geht Ritter Sport einigen Kommentatoren noch nicht weit genug. "Solange Ritter Sport seine Mini-Tafeln und Pralinen alle einzeln verpackt, macht ihr einen total unglaubwürdigen Eindruck", schreibt etwa eine Facebook-Userin.

Eine neue Sorte befindet sich in der neuartigen Verpackung übrigens nicht. Beim Inhalt handelt es sich um die Sorte "Die Feine" mit 61 Prozent Kakao aus Nicaragua. Auch dieses Produkt ist ein Zugeständnis an nachhaltigkeitsbewusste Verbraucher - denn Herstellerangaben zufolge ist die Schokolade für vegane Ernährung geeignet. ire

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