Nach Bayern-Wahl

Sixt knöpft sich erneut Horst Seehofer vor

Horst Seehofer spielt mal wieder eine der Hauptrollen in einer Sixt-Werbung
© Sixt / Facebook
Horst Seehofer spielt mal wieder eine der Hauptrollen in einer Sixt-Werbung
Themenseiten zu diesem Artikel:
Fast 24 Stunden hat es gedauert, bis Sixt auf den Ausgang der Wahl in Bayern reagiert hat. Die Reaktion fällt dafür umso hämischer aus. Denn während die Autovermietung vor einigen Monaten den Betrachtern eines Motivs mit Horst Seehofer noch ein Mindestmaß an Transferleistung abverlangt hat, reicht diesmal ein einziges Wort, um den Sachverhalt präzise zu beschreiben.
"Bergab", heißt es unter dem Konterfei des CSU-Vorsitzenden und Bundesinnenministers. Damit dürfte nicht nur das Ergebnis seiner Partei bei der Wahl in ihrem Heimatland gemeint sein, sondern auch die Folgen des Debakels für Seehofers politische Karriere. Denn viele Beobachter sind sich einig: Die Schlagzeilen, die der CSU-Chef mit seinen ständigen Attacken auf Bundekanzlerin Angela Merkel und seinen Aussagen zur Flüchtlingspolitik produziert hat, sind ein wesentlicher Faktor für den Stimmenverlust. Und manch einer vermutet sogar, dass Seehofer nun in seinem Amt als Bundesinnenminister wackelt.
Vergleichsweise bieder ist die eigentliche Werbebotschaft der Kampagne: Mit dem inhouse kreierten Motiv, das es bei Facebook aktuell (Stand: 16.10.; 9:45 Uhr) auf rund 5000 Likes und fast 500 Shares bringt, bewirbt Sixt seine SUV-Palette. Damit könne man, anders als Seehofer, "bergauf" fahren. Im Begleittext heißt es dazu hämisch: "Liebe CSU, wenn es mal nicht läuft - einfach fahren".


Dass mit BMW und Audi zwei bayerische Marken zu sehen sind, darf man wohl als netten Querverweis auf das jüngste Sixt-Motiv sehen. Damals nahm das Unternehmen den inzwischen geschassten Präsidenten des Bundesverfassungsschutzes Hans-Georg Maaßen aufs Korn. Der war über seine Aussagen zu den fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Chemnitz gestolpert, sollte allerdings in der Folge sogar befördert werden - nicht zuletzt auf Betreiben von Horst Seehofer. Auch seinerzeit zeigte Sixt Modelle von BMW und Audi. Bayerische Beförderungsmittel sozusagen. Und noch etwas haben das Maaßen-Motiv und die aktuelle Werbung mit Horst Seehofer gemeinsam: Mit beiden ließ sich Sixt vergleichsweise viel Zeit. Jedenfalls dauerte es früher nicht immer bis zu einen Tag, ehe das Unternehmen einen aktuellen Anlass zur Eigenwerbung aufgriff. Andererseits: Horst Seehofer wird Bayern und die Bundespolitik vermutlich noch eine Weile beschäftigen - insofern ist das Momentum noch da. ire

stats