Monsanto-Finanzierung

Bayer verkauft US-Marken-Ikone "Coppertone" an Beiersdorf

Nach Monsanto-Kauf verliert Bayer immer mehr an Strahlkraft
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Nach Monsanto-Kauf verliert Bayer immer mehr an Strahlkraft
Bayer braucht nach dem teuren Monsanto-Zukauf Geld zur Entschuldung. Jetzt hat der Konzern an Beiersdorf das unter der Marke "Coppertone" geführte Geschäft mit Sonnenschutzprodukten verkauft. Am Dienstagmorgen wurde bekannt, dass Bayer auch den dritten wichtigen Prozess um womöglich krebserregende Produkte der Tochter Monsanto verloren hat und Strafschadensersatz von 1,78 Mrd. Euro zahlen soll.
Beiersdorf zahlt für Coppertone 550 Millionen US-Dollar (aktuell 489,65 Mio. Euro), teilten die beiden Dax-Unternehmen am Montagabend mit. Die Coppertone-Transaktion bedarf noch der kartellrechtlichen Zustimmung, mit dem Abschluss der Transaktion werde vorbehaltlich der Genehmigung durch die Wettbewerbsbehörden im dritten Quartal 2019 gerechnet.


Bayer braucht nach dem teuren Monsanto-Zukauf Geld zur Entschuldung und plant diverse Spartenverkäufe. Beiersdorf erwirbt den Angaben zufolge die weltweiten Produktrechte an «Coppertone» und übernimmt die rund 450 Mitarbeiter des Geschäfts in den USA, Kanada und China sowie das Produktionswerk in Cleveland (Tennessee, USA).

"Coppertone" war den Angaben zufolge die erste Sonnenschutzmarke, die 1944 auf den US-Markt gekommen sei. Sie werde in den USA, Kanada und China vertrieben. 2018 habe "Coppertone" einen Umsatz von 213 Millionen US-Dollar (aktuell 189,6 Mio. Euro) erwirtschaftet.


Mit dem Erwerb betrete Beiersdorf den weltweit größten Markt für Sonnenschutz, die USA, und stärke seine Präsenz in Nordamerika, hieß es in der Mitteilung weiter. Bayer könne sich durch den Verkauf stärker auf den Ausbau seines Kerngeschäfts mit verschreibungsfreien Marken konzentrieren.

Bayer verliert neuen US-Glyphosat-Prozess

Der Agrarchemie- und Pharmakonzern hat auch den dritten wichtigen Prozess um womöglich krebserregende Produkte der Tochter Monsanto verloren. Die Geschworenen-Jury des zuständigen Gerichts im kalifornischen Oakland verurteilte das Unternehmen am Montag zu Schadenersatz in Höhe von insgesamt über zwei Milliarden Dollar (1,78 Milliarden Euro) an die beiden Kläger. Ein Rentnerehepaar macht geltend, wegen des von der Bayer-Tochter Monsanto erzeugten, hochumstrittenen Wirkstoffs Glyphosat an Krebs erkrankt zu sein.

Der größte Teil der Zahlung entfällt auf sogenannten Straf-Schadenersatz, wofür es im deutschen Recht keine Entsprechung gibt. Bayer macht für die Krebserkrankungen der beiden Kläger umfangreiche Vorerkrankungen verantwortlich und kündigte umgehend an, Rechtsmittel einzulegen. Es gebe keine wissenschaftlichen Beweise, dass es ohne den Einsatz von Glyphosat nicht zu der Krebserkrankung gekommen wäre.

Für Bayer ist der Fall hochbrisant: Es ist bereits der dritte Schuldspruch innerhalb weniger Monate und weitere Prozesse werden folgen. Zuletzt war der Konzern in den USA nach eigenen Angaben mit rund 13 400 Klagen wegen des Unkrautvernichters Roundup konfrontiert. Bayer hat in den ersten beiden Fällen Berufung eingelegt. Der Konzern weist Gesundheitsgefahren von Monsanto-Produkten vehement zurück. dpa
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