Mobilitätsstudie

Die Deutschen zieht es in die Innenstädte und raus aus dem Home Office

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Voller Unternehmungslust und in Konsumlaune streben die Menschen wieder in die Einkaufszonen
© IMAGO / Rüdiger Wölk
Voller Unternehmungslust und in Konsumlaune streben die Menschen wieder in die Einkaufszonen
Sommerwetter, Urlaubspläne und die Lust auf reale Treffen sowie stationäres Shopping sorgten im vergangenen Monat dafür, dass die Mobilität der Deutschen sogar über dem Niveau von 2019 lag. Das zeigt jetzt eine Erhebung des Außenwerbers Wall Decaux. Ein Großteil der gestiegenen Bewegungsrate ist auch darauf zurückzuführen, dass die meisten Menschen sich vom Home Office verabschiedet haben - mehr oder minder freiwillig.
Die Mobilität deutscher Metropol-Bewohner befindet sich derzeit zwei Prozent über dem Normalniveau von 2019, wie die Online-Befragung von 605 Teilnehmern im Juli 2021 ergab. Aktivitäten im Freien sowie die Pflege sozialer Kontakte tragen dazu wesentlich bei: 76 Prozent der Befragten gaben an, sich bereits mit Familie und Freunden getroffen zu haben, gut jeder Zweite (51 Prozent) war schon wieder in stationären Läden shoppen.

Die Sehnsucht nach Unternehmungen (50 Prozent) und der Wunsch, möglichst viel Zeit außerhalb des eigenen Zuhauses zu verbringen (67 Prozent) sind nach den vielen Lockdown-Monaten und passend zur Jahreszeit groß. Knapp jeder Zweite (47 Prozent) kann es nicht erwarten, wieder privat zu verreisen, wobei Urlaub in Deutschland und den Nachbarländer weiter im Trend liegt: Ganze 79 Prozent planen Reisen und Ausflüge in der Region oder im näheren Ausland. Fernreisen hingegen werden laut der Wall-Decaux-Umfrage weiterhin eher gemieden.

Auch die Tatsache, dass die meisten Arbeitnehmer inzwischen wieder oder weiterhin ihren Arbeitsweg antreten, trägt erheblich zu der Mobilitäsrate bei. Denn trotz aller im vergangenen Jahr aus dem Boden gestampften Möglichkeiten bleibt das Home Office tatsächlich nur einem kleinen Teil der Arbeitnehmer vorbehalten. Das begründet sich bei 67 Prozent der Befragten dadurch, dass ihr Job das Arbeiten von zuhause aus nicht zulässt, während es bei 17 Prozent an der fehlenden Erlaubnis durch den Arbeitgeber hakt und 10 Prozent zwar ins Home Office dürften, aber gar nicht wollen.

Unterdessen profitieren die Innenstädte auch vom Bedürfnis der Menschen nach Besuchen in Cafés, Bars und Restaurants. Zudem gibt es etliche Konsumgüter, die lieber offline als online gekauft werden, allen voran Beauty- und Kosmetikartikel, Möbel und Einrichtung sowie Gartenartikel. Dabei spielt auch die relativ starke Kaufkraft positiv hinein. Dreiviertel der Deutschen (73 Prozent) sind finanziell besser oder genauso wie vor Corona aufgestellt. 27 Prozent haben wärend der Pandemie sogar Geld gespart, das sie jetzt ausgeben können. Für Unternehmen und Marken gilt es daher nun, die richtigen Impulse an die Verbraucher zu setzen. Nach Einschätzung von Wall Decaux sollten sie in ihrer Kommunikation aktuell auf klassische Werte setzen, da Qualität, Vertrauen und Nachhaltigkeit für Konsumenten die wichtigsten Kriterien bei der Entscheidung für eine Marke seien. 58 Prozent der Umfrageteilnehmer zeigten sich offen für neue und innovative Produkte, wohingegen Exklusivität nur für neun Prozent ausschlaggebend für den Kauf eines Markenprodukts ist.
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