Milliarden-Deal

Ferrero schluckt Kellogg-Kekse

Die Marke Keebler Cookies gehört bald zu Ferrero
© Kellogg
Die Marke Keebler Cookies gehört bald zu Ferrero
Der italienische Süßwarenhersteller Ferrero und der US-Lebensmittelkonzern Kellogg haben sich auf einen Milliarden-Deal geeinigt. Ferrero wird die Kekssparte von Kellogg für umgerechnet rund 1,2 Milliarden Euro übernehmen. Das kündigte das Unternehmen am Montag an.
Neben Keksmarken wie Keebler, Famous Amos Cookies, Mother’s, Murray und Little Brownie Bakers übernimmt Ferrero auch die Frucht-Snack-Sparte und das Eiswaffel-Geschäft mit den Marken Stretch Island und Keebler’s von Kellogg. Unter dem Strich hat Kellogg mit diesen Geschäftsbereichen im vergangenen Jahr 900 Millionen US-Dollar umgesetzt. Das Geschäft soll in der zweiten Jahreshälfte zum Abschluss kommen. Ferrero werde von Kellogg in dem Zuge auch mehrere US-Produktionsstätten übernehmen.


Aus Sicht von Giovanni Ferrero, Executive Chairman der Ferrero Group, passen die übernommenen Kellogg-Sparten ideal ins Markenportfolio von Ferrero und zu den Expansionsplänen auf dem US-Markt. Ziel des Zukaufs sei es, die Position auf dem nordamerikanischen Markt weiter auszubauen. Ferrero-CEO Lapo Civiletti sieht das ganz ähnlich. "Wir übernehmen ein Portfolio von etablierten Marken, die die Konsumenten lieben und in ihrem Segment jeweils eine sehr starke Position innehaben", so Civiletti. Dies versetzte Ferrero in die Lage, sein Portfolio stark zu diversifizieren und so Wachstumschancen im größten Keksmarkt der Welt wahrzunehmen. 

„Wir übernehmen ein Portfolio von etablierten Marken, die die Konsumenten lieben und in ihrem Segment jeweils eine sehr starke Position innehaben.“
Lapo Civiletti
Der Deal mit Kellogg ist nicht der erste, mit dem Ferrero seine Position im US-Markt ausbaut. Erst 2017 besiegelte Ferrero die Übernahme des US-Konkurrenten Ferrara Candy. Im selben Jahr schluckte Ferrero für 115 Millionen US-Dollar den Süßwarenspezialisten Fannie May vom Online-Händler 1-800-Flowers. Vor gut einem Jahr verleibte sich Ferrero auch das amerikanische Süßwarengeschäft von Nestlé für umgerechnet rund 2,3 Milliarden Euro ein. 


Der Ferrero-Konzern, der mit Exportschlagern wie Nutella, Kinder-Schokolade und dem Überraschungs-Ei zum Weltkonzern aufstieg, ist seit 1969 auf dem US-Markt mit der Marke Tic Tac präsent. Später kamen auch die Marken Ferrero Rocher, Nutella und Kinder Joy hinzu. Der Jahresumsatz liegt dem Unternehmen zufolge bei mehr als zehn Milliarden Euro. mas
stats