Messen-Stillstand im Corona-Jahr

Social Distancing killt USP

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Leere Messehallen - ein gewohntes Bild in 2020
© Imago Images
Leere Messehallen - ein gewohntes Bild in 2020
Keine Messen, keine Veranstaltungen, keine Begegnungen, kein Austausch, keine Side-Kicks. Reiserestriktionen und Social Distancing machen Messen und Kongresse mit internationalen Besuchern derzeit undenkbar. In der Folge kämpft Deutschland um seine weltweite Nummer-1-Position. Im Muster- und Mutterland der Messen ringen die Veranstalter ums Überleben – und die Gunst ihrer bis dato sicher geglaubten Kunden.
Zehn der größten Messegelände: in Deutschland. Zehn der umsatzstärksten Messegesellschaften 2019: in Deutschland. Knapp zwei Drittel der internationalen Leitmessen: in Deutschland. Veranstaltungen und Gelände, sozusagen die Produktivflächen der Veranstalter, ziehen alljährlich Millionen von Besuchern und Aussteller aus aller Welt an, füllen Hotels und Gastronomiebetriebe, fördern die Wirtschaft einer Region. Umwegrentabilität heißt das Zauberwort. Nach Berechnungen des Ifo-Instituts, München, induzierte die Messe München im Rekordjahr 2019 bundesweit 4,31 Milliarden Euro Umsatz. Allein die Bauma, die größte Messe der Welt, sorgte für einen Umsatz von 1,55 Milliarden Euro und für ein Steueraufkommen von 846 Millionen Euro, getragen meist von den internationalen Ausstellern und Besuchern. Dann kam Corona. Einer der größten USP der Live-Kommunikation, der persönliche Kontakt, sorgte für das reihenweise Absagen und Verschieben von Veranstaltungen aller Art und versetzte den Messe-Weltmeister in Schockstarre.

Seit März 2020 sind die Gelände zum größten Teil verwaist (wenn Hallen denn nicht als Corona-Krankenhäuser oder bald Impfzentren dienen), die Wirtschaft orientiert sich um und die Veranstalter, die bis dato eine stetige Aufwärtsentwicklung ihres Business zu verzeichnen hatten, können viel, Krise aber nicht wirklich gut.

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