McDonald's & Burger King

Adbuster entwerfen Haltungskampagnen für Fast-Food-Ketten - und die reagieren perfekt

Bei dem Motiv handelt es sich um eine digitale Fälschung
© twitter.com/KatharinaSchwir
Bei dem Motiv handelt es sich um eine digitale Fälschung
Jetzt also McDonald's und Burger King: Nach Coca-Cola und Nutella haben Adbuster nun auch den beiden Fast-Food-Ketten eine eigene Haltungskampagne spendiert. Die Reaktion beider Unternehmen dürfte ihnen viele neue Freunde bescheren.
"Besorgte Burger? Bei uns nicht! Gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz" ist auf dem Motiv zu lesen, das auf Twitter die Runde macht. "Schlechte Kopie unserer CI. 100% unsere Haltung!", antwortete das Unternehmen auf den Tweet einer Nutzerin, die das Plakat getwittert hatte.
Die Reaktion verfehlt ihre Wirkung nicht. So antwortet ein User: "Eigentlich boykottiere ich McDonalds seit Monaten, weil sie in den USA den fremdenfeindlichen Sender Fox über Werbeschaltungen finanzieren. Aber auf diese Aussage werde ich morgen ein paar Cheeseburger essen!" Allerdings gibt es unter der Kommentaren auch zahlreiche McDonald's-kritische.


Laut Mimikama handelt es sich bei dem Motiv um eine digitale Fälschung. Anders als das Coke-Plakat, das tatsächlich platziert worden war, haben die Urheber der Aktion diesmal ein Foto nachbearbeitet und so das McDonald's-Motiv eingefügt. Wer der Urheber ist, ist unklar. Die Macher des AfDentskalenders, die für das fingierte Coca-Cola-Plakat verantwortlich zeichneten, haben sich aber bereits in die Debatte eingemischt:


Auch bei einem Toleranz-Motiv von Burger King, das ein Twitter-User in dem Thread zu dem McDonald's-Fake gepostet hat, dürfte es sich um eine Montage handeln. Auf dem Motiv spricht sich Burger King vermeintlich ebenfalls gegen "Wutburger" aus und bekennt sich zu Toleranz. Angeblich wurde das Plakat am Münchner Baldeplatz platziert. Allerdings zeigt das Twitter-Foto im Hintergründ Bäume in sattem Grün, was zu dieser Jahreszeit eher unwahrscheinlich sein dürfte.
Tatsächlich wurde auch dieses Foto laut Mimikama aus dem Netz gezogen und entsprechend verändert. Auch Burger King kann sich mit der Guerilla-Aktion offensichtlich identifizieren. Auf Anfrage von HORIZONT Online teilt das Unternehmen mit: "Burger King vereint viele Nationen unter einem Dach. Die Burger King-Restaurants sind der Ort, an dem jeder so sein darf, wie er sein möchte – wir heißen jeden Gast herzlich Willkommen. Zwar heißt der Chicken Royale mittlerweile Long Chicken, aber an unserem Credo "Have it your way" hat sich bis heute nichts geändert, denn gute Burger sind für alle da."


Die Coke-Aktion von AfDentskalender hatte auch zum Ziel, Nachahmer zu finden. "Entwerft Werbeslogans/-plakate für Marken, die sich positionieren sollten und schickt eure Vorschläge direkt an deren Kontaktadressen", schreiben die Macher auf ihrer Website.
„Gute Burger sind für alle da.“
Burger-King-Statement
Das hat offenbar funktioniert. Nachdem das Nutella-Plakat aufgetaucht war, teilte die Initaive auf Nachfrage mit:
 "Die Wahrscheinlichkeit, dass die Guerilla-Künstler durch die Aufrufe des AFDentskalenders animiert wurden, schätzen wir als sehr hoch ein." Die McDonald's- und Burger-King-Motive dürften weitere Belege sein. ire
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