#Männertage

Werberat zeigt Media-Markt-Motiv die rote Karte

Das Motiv mit Sophia Thomalla ist auch dem Werberat ein Dorn im Auge
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Das Motiv mit Sophia Thomalla ist auch dem Werberat ein Dorn im Auge
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Der Deutsche Werberat äußert sich sehr kritisch über die Media-Markt-Kampagne #Männertage. Das vielfach beanstandete Motiv mit Sophia Thomalla sei "gesellschaftlich inakzeptabel", teilt Geschäftsführerin Julia Busse gegenüber HORIZONT Online mit. Zwar ist das Plakat seit einer Woche nicht mehr im Einsatz - das Werberats-Urteil gibt allerdings die Richtung für weitere Diskussionen vor.
Das Media-Markt-Motiv, mit dem der Werberat sich beschäftigt hat, zeigt Moderatorin Sophia Thomalla mit tiefem Ausschnitt und dem Satz: "An diesen Tagen streichelt er einfach alles, was Knöpfe hat". Das erwecke den Eindruck, als sei es tolerabel, Frauen an die Brüste zu fassen, so Busse. "Da reicht es auch nicht, dass der Satz in Anführungszeichen steht und somit Frau Thomalla zugewiesen wird", begründet die Geschäftsführerin die Werberats-Entscheidung.
Würde das Plakat noch hängen, bekäme Media-Markt nun vom Werberat die Aufforderung, die Werbung zu ändern oder zu entfernen. Allerdings sei von Beginn an geplant gewesen, das Motiv nur in der Woche vom 6. bis zum 12. November zu schalten, wie Media-Markt erklärte. Überhaupt konnte man die Aufregung in Ingolstadt nicht ganz nachvollziehen: "Wir haben stets die Erfahrung gemacht, und so ist es auch bei den Männertagen der Fall, dass die Menschen in Deutschland den Humor von Media-Markt so verstehen, wie er gemeint ist: manchmal provozierend und sicherlich auch polarisierend, aber immer humorvoll und niemals einzelne Personen oder Personengruppen herabwürdigend", wie eine Unternehmenssprecherin erklärt.
Das Motiv ist seit einer Woche nicht mehr im Einsatz
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Das Motiv ist seit einer Woche nicht mehr im Einsatz
Allerdings hat die #MeToo-Debatte die Sinne der Bevölkerung für Sexismus noch einmal deutlich geschärft - und zwar nicht nur bei den Frauen. Wie Busse erklärt, hätten sich auch viele Männer über das Thomalla-Motiv beschwert. Offensichtlich sind Männer immer weniger bereit, sich von einem Werbungtreibenden unterstellen zu lassen, sie würden so denken.


Insofern kann die Werberats-Entscheidung auch richtungsweisend sein. Für Media-Markt, das sich offenbar an einem Erfolgsrezept aus früheren Zeiten bedient und das möglicherweise auch künftig vorhat. Aber auch für andere Werbungtreibende, die mit Geschlechterklischees für Aufmerksamkeit sorgen wollen. Allerdings liegt die Vermutung nahe, dass auch künftig vor allem die Darstellung von Frauen für Ärger sorgen dürfte. Denn auch gegen den TV-Spot aus der #Männertage-Kampagne gab es Beschwerden. Männer würden dadurch herabgewürdigt und der Lächerlichkeit preisgegeben, so die Argumentation der Beschwerdeführer. Dennoch wurde der Spot vom Werberat nicht beanstandet.

Für noch am kritikwürdigsten befand das Gremium die Szene, in der ein Mann im Hawaiihemd seinen Grill mit flüssigem Brandbeschleuniger anfeuert und dabei sein Haus scheinbar in Brand setzt. ire
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