Log-in-Allianzen

Wie NetID Anfang 2020 durchstarten will

Einmal klicken, überall drin: NetID soll das einfache und sichere Log-in auf vielen verschiedenen Websites ermöglichen
© European NetID Foundation
Einmal klicken, überall drin: NetID soll das einfache und sichere Log-in auf vielen verschiedenen Websites ermöglichen
Sven Bornemann steht unter ziemlichem Erwartungsdruck. Er ist Vorstandschef der European NetID Foundation und treibt in dieser Funktion ein sehr ehrgeiziges Projekt voran: eine Log-in-Allianz mit möglichst vielen Partnerunternehmen als europäische Alternative zu den GAFAs – kein einfacher Ritt. Aber Bornemann ist zuversichtlich: Anfang 2020, so kündigt er jetzt an, soll das Ganze Fahrt aufnehmen.
Zur Erinnerung: Die Stiftung wurde im März 2018 von der Mediengruppe RTL, Pro Sieben Sat 1 und United Internet gegründet. Sie hat mit NetID ein Single Sign-on entwickelt, das sich zur Registrierung und zentralen Verwaltung persönlicher Daten auf vielen Websites nutzen lässt. Besondere Bedeutung hat NetID für die Werbewirtschaft: Nutzer können darüber künftig rechtskonform bestimmen, ob und in welchem Umfang sie ihre Daten für Werbung zur Verfügung stellen wollen. Und die NetID-Partner haben die Möglichkeit, auch Daten der Netzwerkpartner für personalisierte Werbung zu nutzen, soweit dafür eine Einwilligung vorliegt. Damit, so die strategische Überlegung, wäre im Werbemarkt endlich ein Gegengewicht zur Datenübermacht von Google, Facebook und Amazon geschaffen.

Log-in-Daten stellen auch eine willkommene Alternative zu Cookies dar. Diese gelten für viele Experten längst als Auslaufmodell, weil die E-Privacy-Verordnung künftig ihren Einsatz zurückdrängen dürfte und viele Browserhersteller sie schon heute per Standardeinstellung blockieren.

Bislang bieten mehr als 60 Partner das NetID-Log-in auf ihren Seiten an, die meisten davon E-Commerce-Anbieter oder Publisher, die Paid-Angebote machen oder aus anderen Gründen Log-ins brauchen. Viel ist das nicht, da muss noch einiges passieren: „Viele Publisher wissen noch nicht genau, wie sie mit dem Thema umgehen sollen“, erklärt Bornemann. „Wir spüren noch viel Verunsicherung im Markt.“

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