Lea-Sophie Cramer hört auf

Amorelie findet neue Chefin bei Apple

Claire Midwood (li.) folgt auf Lea-Sophie Cramer
© Amorelie
Claire Midwood (li.) folgt auf Lea-Sophie Cramer
Mit Amorelie hat Lea-Sophie Cramer 2013 das wohl bekannteste deutsche Erotik-Start-up gegründet. Ende des Jahres verabschiedet sich die 32-Jährige überraschend aus dem operativen Geschäft. Führungslos wird der 2015 von Pro Sieben Sat 1 übernommene Sexspielzeug-Händler aber nicht. Mit Claire Midwood wurde eine erfahrene Managerin von Apple losgeeist.

Wie Amorelie mitteilt, wird Gründerin Lea-Sophie Cramer ihre Funktion als CEO Ende 2019 nach sieben Jahren abgeben und in den Beirat wechseln. Ihre Unternehmensanteile - sie hält 2,18 Prozent, der Rest liegt bei Pro Sieben Sat 1 - behält sie. Der Schritt, als CEO abzutreten, ist ihr offenbar nicht leichtgefallen. "Aber mutige Entscheidungen haben mich zu dem gemacht, was ich heute bin und werden auch in Zukunft meine treibende Kraft sein", sagt Cramer, die nun offenbar erst einmal eine Pause machen will. "Ich habe beschlossen, mir ein Jahr Zeit zu nehmen, um in mich selbst zu investieren, meinen Horizont zu erweitern und Neues zu lernen", so Cramer. 



Kommt von Apple: Claire Midwood
© Amorelie
Kommt von Apple: Claire Midwood
Ihre Nachfolgerin kommt aus dem Silicon Valley - und bringt in Sachen Handel und Marke reichlich Erfahrung mit. Claire Midwood ist aktuell noch bei Apple tätig. In den vergangenen zwei Jahren war sie laut Amorelie als Managing Director Channel am Hauptsitz des Konzerns für die Präsentation der Marke in den unternehmenseigenen globalen Kanälen zuständig. Darüber hinaus habe sie die Apple Customer Journey weltweit innerhalb des indirekten Vertriebskanals sowohl im digitalen als auch im Filialumfeld entwickelt und geleitet.

Apple ist nicht die einzige namhafte Adresse, die Midwood in ihrer Vita vorweisen kann. Vor dem Wechsel zu dem iPhone-Konzern war sie 20 Jahre lang für Adidas tätig. Bei dem Herzogenauracher Sportartikelhersteller hatte sie unter anderem die die Marke Adidas Neo gegründet und eingeführt. Diese sei nach sieben Jahren inzwischen 1,2 Milliarden US-Dollar wert.


Dass Midwood, die den CEO-Posten Anfang 2020 übernimmt, der Aufgabe gewachsen ist, daran hat Gründerin Cramer keine Zweifel. "Ich bin davon überzeugt, dass Amorelie und das Team von der Führung von Claire stark profitieren werden. Mit ihrer außerordentlichen Erfahrung bei zwei so starken Marken wie Adidas und Apple ist sie eine großartige Bereicherung und ein perfect fit für Amorelie", sagt Cramer über ihre designierte Nachfolgerin.  Die geht ihren neuen Job mit reichlich Elan an. "Gemeinsam stehen wir vor der einmaligen Chance, die Liebesindustrie zu entwickeln und weiterhin Grenzen zu verschieben, unsere internationale Präsenz auszubauen und den aktiven Austausch über unseren Körper und dessen sexuelle Gesundheit zu fördern", sagt die künftige Amorelie-Chefin. Mit über zwei Jahrzehnten Erfahrung im Handel und im Markenaufbau freue sie sich darauf, das nächste Kapitel von Amorelie aktiv mitzugestalten. 

„Ich bin davon überzeugt, dass Amorelie und das Team von der Führung von Claire stark profitieren werden.“
Lea-Sophie Cramer
Ist raus aus dem operativen Geschäft: Lea-Sophie Cramer
© Amorelie
Ist raus aus dem operativen Geschäft: Lea-Sophie Cramer
Cramer ist nicht die einzige Top-Managerin, die Amorelie ersetzen muss. Auch Lia Grünhage, CMO und Geschäftsführerin, wird Amorelie Ende 2019 nach fünf Jahren verlassen. Grund sind eigene Pläne als Gründerin. Grünhage wolle sich im Bereich der Reproduktionsmedizin selbstständig machen, heißt es. In die Bresche springt zumindest teilweise Uwe Glander. Der Direktor der NuCom Group, unter deren Dach Pro Sieben Sat 1 Media sein E-Commerce-Geschäft bündelt, war bereits seit April 2019 als Interims-CCO bei Amorelie an Bord und wird gemeinsam mit Midwood Anfang November fest als CCO und Geschäftsführer bei dem Start-up anheuern. Talip Yenal bleibt weiterhin CFO und Geschäftsführer. Einen neuen CMO wird es offenbar nicht geben. Mit Midwood bekomme Amorelie eine CEO, die das Thema Branding und Marketing seit über 20 Jahren kenne, heißt es bei Amorelie. Über die genaue Aufgabenverteilung zwischen Midwood, Glander und Yenal werde in den kommenden Monaten entschieden. Und damit auch über die Frage, wer künftig Ansprechpartner für die Kreativagentur Leo Burnett sein wird. mas

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