Konami-Partnerschaft

Bayern München verkündet Einstieg in E-Sports

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Das E-Sports-Team des FC Bayern
© FC Bayern München
Das E-Sports-Team des FC Bayern
Der FC Bayern München vollzieht den erwarteten Schritt: Wie der deutsche Fußball-Rekordmeister bekannt gab, wird er an der von Konami entwickelten E-Football Pro League teilnehmen, die im Dezember in ihre zweite Saison startet. Bayern München und der japanische Computerspielhersteller hatten im Sommer eine langfristige Zusammenarbeit verkündet.
Zunächst bedeutete die Kooperation, dass die Spieler des FC Bayern in der Fußball-Simulation Pro Evolution Soccer (PES) 2020 vertreten sind, die im September auf den Markt gekommen war. Außerdem kommen auch Vereinslegenden wie Oliver Kahn oder Lothar Matthäus in dem Game vor. Nationalspieler Serge Gnabry fungiert zudem als offizieller "eFootball PES Botschafter".


Beobachter hatten allerdings damit gerechnet, dass die Münchner ihr E-Sports-Engagement noch deutlich ausweiten werden. Nun ist es so weit: Ab dem 14. Dezember wird sich der Südclub elektronische Duelle mit anderen europäischen Spitzenclubs wie dem FC Barcelona, Manchester United FC, Juventus Turin und Arsenal London liefern. Komplettiert wird Konamis E-Football League von Celtic Glasgow, dem AS Monaco, Boavista Porto, dem FC Nantes und Bayerns Bundesliga-Rivale Schalke 04, das auch bereits in der League of Legends European Championship vertreten ist.
Die zehn Teams treffen von Dezember 2019 bis April 2020 in einem Best-of-Two-Modus in Barcelona aufeinander, nach der darauffolgenden K.o.-Runde findet das große Finale im Sommer 2020 statt. Die Müncher Farben werden in der PES-Liga vertreten durch den Österreicher Matthias Luttenberger als Trainer sowie die Spanier Miguel Mestre Oltra, Alejandro Alguacil Segura und Jose Carlos Sánchez Guillén als Spieler.

Indem der FC Bayern mit einem eigenen Team an der Konami-Liga teilnimmt, entsteht auch zusätzliche Präsenz für Top-Sponsoren wie die Telekom, Allianz und Siemens in einer jungen, vor allem männlichen Zielgruppe. Und in einem sicheren Umfeld: "Wir haben uns ganz bewusst dazu entschieden, im Bereich E-Sports auf Fußballsimulationsspiele zu setzen", erklärt Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München.
„Wir haben uns ganz bewusst dazu entschieden, im Bereich E-Sports auf Fußballsimulationsspiele zu setzen.“
Karl-Heinz Rummenigge
Der Verein galt bislang als einer der wenigen Top-Clubs in Deutschland, die sich E-Sports gegenüber skeptisch gezeigt haben. Besonders der jüngst abgetretene Präsident Uli Hoeneß sah ein Engagement des Vereins kritisch. Diese Ära scheint nun vorbei - die Bundesliga wird davon allerdings nicht in dem Maß profitieren, wie es sich manch einer erhofft haben dürfte. Denn die Deutsche Fußball-Liga richtet mit der Virtual Bundesliga einen eigenen E-Gaming-Wettbewerb aus. Dabei treten 22 von 36 Bundesligisten bei dem PES-Konkurrenzprodukt Fifa 20 gegeneinander an.


Bei der DFL zeigt man sich trotzdem froh über das E-Sports-Engagement des FC Bayern: "Das ist sehr, sehr positiv", zitiert Sport1 Andreas Heyden, Geschäftsführer der DFL Digital Sports. "Jeder Verein, der sich dem Thema widmet und Erfahrung sammelt, ist herzlich willkommen." ire
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