Klinsmann-Aus bei Hertha

Die BVG macht einen auf Sixt

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Die BVG und ihre "Hommage" an Ex-Hertha-Trainer Jürgen Klinsmann
© BVG/Facebook
Die BVG und ihre "Hommage" an Ex-Hertha-Trainer Jürgen Klinsmann
Während Sixt die Rückzugs-Ankündigung von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer genüsslich für Eigenwerbung ausschlachtet, hat die BVG ihr Echtzeit-Werbethema vor der eigenen Haustür gefunden: Das für seine freche Social-Media-Kommunikation bekannte Unternehmen konnte es nicht lassen, den überraschenden Rücktritt von Jürgen Klinsmann als Cheftrainer von Hertha BSC zu kommentieren.
In den sozialen Netzwerken postete die BVG ein Motiv mit dem Text: "Direkt nach dem Einstieg zügig zurücktreten. Als Fahrgast wäre Jürgen Klinsmann vorbildlich." Sowohl auf Facebook als auch auf Instagram hat das von GUD entworfene Motiv innerhalb von einer Stunde kanpp 1000 Likes eingesammelt. 
Hintergrund: Jürgen Klinsmann hatte erst Ende November als Trainer bei den Herthaner angeheuert, nachdem ihn der neue Investor Lars Windhorst bereits wenige Wochen zuvor in den Aufsichtsrat der Profi-KGaA berufen hatte. Der ehemalige Bundestrainer bezeichnete den Schritt seinerzeit als "eine Ehre und eine spannende Aufgabe, der ich mich hochmotiviert stelle".


Nun, wenige Spieltage nach Beginn der Rückrunde, schmeißt Klinsmann aus eigenen Stücken hin. Darin deutet der 55-Jährige an, von der Vereinsführung nicht mit dem nötigen Vertrauen ausgestattet worden zu sein. Bei Hertha BSC sei man von dieser Entwicklung überrascht worden, teilte der Verein mit
Die Berliner Bundesliga-Posse war für die BVG natürlich ein gefundenes Fressen. Zumal sich das Unternehmen schon seit längerer Zeit darin betätigt, aktuelle Anlässe aufzugreifen und in den sozialen Netzwerken frech zu kommentieren. Dabei münzt die BVG die jeweiligen Themen wie Sixt auf ihr eigenes Geschäft.

So äußerte sich die BVG etwa vor Kurzem zum vorläufigen Ende im Brexit-Chaos. "Lange gewartet, um am Ende zu gehen. Berlin fühlt mit euch, liebe Briten", hieß es auf dem entsprechenden Motiv - ein augenzwinkerndes Eingeständnis, dass in Berlin so mancher Bus oder so manche Bahn unangekündigt ausfällt. Mit einem weiteren Motiv anlässlich der Oscar-Verleihung tröstete die BVG die leer ausgegangene Scarlett Johansson. Außergewöhnlich hohe Interaktionsraten rief die BVG aber mit einem Motiv hervor, auf dem sich das Unternehmen am Ärger der Deutschen Bahn mit Klima-Aktivistin Greta Thunberg abarbeitete. Der darauf gezeigte Satz "Overcrowded trains is a great sign because it means the demand for train travel is high" stammte von Thunberg selbst. Die junge Schwedin musste kurz zuvor auf einem Teilstück ihrer Bahnreise durch Deutschland auf dem Boden sitzen. Die Deutsche Bahn zeigte daraufhin eine reichlich unsouveräne Reaktion und handelte sich viel Ärger ein.
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¯\_(ツ)_/¯

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Bei der Tonalität muss sich die BVG zwar nicht hinter Sixt verstecken - da die Berliner im Vergleich zu dem bundesweit aktiven Autovermieter auf lokal begrenztem Terrain agieren, ist es für die BVG ungleich schwerer, eine ähnliche Resonanz zu erzeugen. Wobei die Anzahl der Reaktionen in den sozialen Netzwerken dafür aller Ehren wert ist. ire
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