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Sparen ist wieder "en vogue" - und das auch bei jungen Menschen
IMAGO / YAY Images
Klarna-Studie

In diesen Bereichen spart die deutsche Gen Z am meisten

Sparen ist wieder "en vogue" - und das auch bei jungen Menschen
Die Inflation und die derzeit fast überall steigenden Preise bringen die Menschen weltweit auf Sparkurs. Und obwohl der jungen Generation gerne nachgesagt wird, nur auf Konsum aus zu sein, spricht eine aktuelle Studie eine andere Sprache. Denn laut dem Money-Management-Report von Klarna ist die Gen Z in Deutschland deutlich sparsamer als ältere Verbraucherinnern und Verbraucher - und das auch im internationalen Vergleich. Der Zweck, für den die meisten jungen Menschen ihr Geld zurücklegen, zeugt ebenfalls von überraschend viel Weitsicht.
von Helena Birkner Mittwoch, 24. August 2022
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Verglichen mit anderen Altersgruppen in Deutschland ist der Anteil der Sparfüchse mit 91 Prozent in der Gen Z am höchsten. Das sind 10 Prozent mehr als noch im letzten Jahr, wie die Studie des Shopping- und Zahlungsdienstleister Klarna ergab, für die 14.000 Kosumentinnen und Konsumenten in 13 Ländern zu ihren Spar- und Investitionsgewohnheiten befragt wurden.


Doch nicht nur im nationalen, sondern auch im internationalen Vergleich zählen deutsche Jugendliche und junge Erwachsene zu den sparsamsten. So rangiert Deutschland in der Auswertung vor Ländern wie Belgien (85 Prozent) sowie Schweden und Norwegen (beide 88 Prozent). Auch den internationalen Durchschnitt von 82 Prozent übertrifft die Gen Z hierzulande mit ihren Sparambitionen von 91 Prozent deutlich.

Klarna hat zudem auch die Zwecke untersucht, für die die jungen Menschen ihr Geld zurückhalten. Dabei zeigte sich: 26 Prozent der deutschen Gen Z geben an, Geld für Bildung wie zum Beispiel ein Studium oder eine Ausbildung zurückzulegen, womit Bildung der am häufigsten genannte Sparzweck ist. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Reisen und das Eigenheim. Den Millennials hingegen sind Urlaube wichtiger als alles andere, wenn man nach den Sparzielen urteilt. An zweiter Stelle steht bei dieser Generation die Altersvorsorge.

Die insgesamt recht vorausschauende Haltung der jüngeren Generationen wirkt sich speziell in einem Bereich aus: Sie macht diese Zielgruppen gegenüber Anlageoptionen besonders aufgeschlossen. 26 Prozent der Millennials und 24 Prozent der Gen Z investieren monatlich. In der Gen Z haben Aktien mit 52 Prozent als beliebteste Investmentprodukte die Nase vorn, gefolgt von ETFs (51 Prozent). Als Gründe für ihre Investitionsfreude geben drei von vier jungen Erwachsenen an, auch im Alter ein finanziell unbeschwertes Leben führen zu wollen und daher schon jetzt damit zu beginnen, ihr Geld anzulegen.

Weltweit betrachtet sind Aktien sogar die beliebteste Anlageoption (58 Prozent), ETFs bringen es hier auf 48 Prozent. In Deutschland hingegen zeichnet sich ein umgekehrtes Bild: Auf dem ersten Platz der meistegnutzten Anlageoptionen liegen ETFs (67 Prozent), während Aktien mit 49 Prozent dahinter folgen.

Sparen wird cooler, Ordnung auch

Gegenüber dem letzten Money-Management-Report im vergangenen Jahr haben zunehmend mehr junge Deutsche angefangen, Geld zu sparen oder zu investieren. Gaben bei der letzten Erhebung noch 17 Prozent der 18- bis 35-jährigen hierzulande an, beides nicht zu tun, sind es mittlerweile nur noch 9 Prozent der 18- bis 24-Jährigen und 14 Prozent der 25- bis 40-Jährigen, die nach eigenen Angaben nicht sparen. Dementsprechend ist dieser Anteil in Deutschland jetzt ungefähr gleich zu dem der Nachbarländer (92 Prozent der Gen Z in Österreich spart und 90 Prozent der Gen Z in Frankreich).

Das Klischee der ordnungsliebenden Deutschen scheint sich auch für junge Menschen und ihren Finanzen zu bestätigen: Das Sortieren ihrer Ausgaben in Kategorien - etwa via Online Banking für den nächsten Urlaub oder größere Anschaffungen - ist bei ihnen international betrachtet besonders beliebt und findet durchschnittlich etwa achtmal monatlich statt. In Österreich gibt die Gen Z an, sieben Mal pro Monat ihre Ausgaben zu sortieren.

Das Verwalten von Ersparnissen und damit einhergehend die Kontrolle über die Finanzen ist im Gegenrationenvergleich vor allem bei der Gen Z zu beobachten. Während junge Deutsche im Schnitt achtmal monatlich ihre Ersparnisse verwalten, findet dies bei der Gen X nur fünfmal im Monat statt, bei den Baby Boomern sind es drei Mal. Ihren Kontostand überprüfen Millennials mit durchschnittlich elfmal im Monat am häufigsten, gefolgt von der Gen X mit durchschnittlich neun Checks im Monat.

Trotz aller Vernunft und globaler Krisen scheint sich die Sorge vor unvorhergesehenen Ereignissen bei der Gen Z in Grenzen zu halten - zumindest dahingehend, dass nur 21 Prozent von ihnen dafür sparen. Baby Boomer sind hier deutlich sensibilisierter und legen zu 46 Prozent Geld für derartige Ereignisse zurück.

Für die Gen Z geht es ohne Karte 

Und noch ein Klischee über Deutschland bestätigt auch die Klarna-Studie wieder einmal: Bargeld bleibt hier weiterhin das bevorzugte Zahlungsmittel. 43 Prozent der Deutschen geben an, Bargeld gegenüber anderen Bezahloptionen zu präferieren. Gerade die Gen X (51 Prozent) und Baby Boomer (50 Prozent) sind hier ausschlaggebend. In Österreich sind es mit 38 Prozent in der Gesamtbevölkerung etwas weniger, in den Niederlanden mit 26 Prozent deutlich weniger. Insbesondere die Skandinavier haben dem Bargeld weitestgehend abgeschworen: In Dänemark wählen nur noch 16 Prozent der Menschen Scheine und Münzen als bevorzugtes Zahlungsmittel, in Schweden 15 Prozent und in Norwegen 13 Prozent.

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Auch in dieser Hinsicht könnten jedoch junge Mensche zur treibenden Kraft für entsprechende Anpassungen in Deutschland werden: 36 Prozent der hiesigen Gen Z und 34 Prozent der Millennials geben bei der bevorzugten Zahlungsoption das Smartphone an. Die Kartenzahlung wird deutlich weniger präferiert (Gen Z: 24 Prozent und Millennials 25 Prozent).

"Junge Menschen nehmen das Thema Finanzen stärker in die eigenen Hände und setzen dabei sowohl auf das klassische Sparen als auch auf Anlageoptionen. Dabei sind sie besonders versiert, was den Umgang mit digitalen Tools angeht, die ihnen helfen, Überblick über ihre Ersparnisse zu behalten und ihre Ausgaben zu verfolgen", sagt Karoline Bliemegger, Produktmanagerin bei Klarna.

Im Rahmen der Studie hat Klarna in Kooperation mit Nepa Verbraucherinnen und Verbraucher zu ihren aktuellen Gewohnheiten rund um das Thema Finanzen befragt. Mehr als 14.000 Menschen in den USA, Großbritannien, Irland, Australien, Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Norwegen, Finnland, Schweden und Dänemark haben an der Studie teilgenommen. hmb

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