Katjes

Keine Wettbewerbsklage gegen die Chocjes-Kampagne

   Artikel anhören
Der animierte TV-Spot trägt die charakteristische Handschrift des britischen Kult-Illustrators Gerald Scarfe
© Antoni Jellyhouse
Der animierte TV-Spot trägt die charakteristische Handschrift des britischen Kult-Illustrators Gerald Scarfe
Die Bauern lassen Katjes in Ruhe: Der Bayerische Bauernverband empfand den Chocjes-Spot als "diskriminierend und ungerechtfertigt", will aber auf die Prüfung eines Verstoßes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) verzichten, wie ein Sprecher mitteilt. Im Moment plane man keine weiteren Schritte oder Maßnahmen.
Der Deutsche Werberat hat keine Einwände gegen den Spot der Katjes-Marke Chocjes. Dieser zeichnet ein ziemlich finsteres Bild der konventionellen Milchvieh-Wirtschaft, um so für die vegane Schokolade des Süßwarenherstellers zu werben. Die Werbemaßnahme visualisiere Massentierhaltung zwar einseitig und überspitzt in düsteren Farben, teilt der Werberat mit. Jedoch handele es sich dabei um für Werbung typische Stilelemente, deren Einsatz grundsätzlich von der grundrechtlich geschützten Meinungsfreiheit gedeckt sei. Auch Herabwürdigungen beziehungsweise Verunglimpfungen könne man in der Kampagne nicht erkennen.

Der Bayerische Bauernverband hatte das anders gesehen. Dort empfand man den Spot als "diskriminierend und ungerechtfertigt", weshalb der Verband auch Beschwerde beim Werberat eingelegt hatte. Die Angelegenheit hat jedoch nicht nur eine ethisch-moralische Komponente. Der Werberat hatte parallel zu seiner eigenen Untersuchung die Wettbewerbszentrale um eine Einschätzung gebeten, denn: Wer "die Kennzeichen, Waren, Dienstleistungen, Tätigkeiten oder persönlichen oder geschäftlichen Verhältnisse eines Mitbewerbers herabsetzt oder verunglimpft", verstößt gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG).

Auf die Prüfung eines solchen Verstoßes will der Bayerische Bauernverband aber offenbar verzichten: Im Moment plane man keine weiteren Schritte oder Maßnahmen, teilt ein Sprecher mit. In zwei weiteren Punkten hatte die Wettbewerbszentrale Katjes freigesprochen: Nach Einschätzung der Behörde handele es sich bei dem Chocjes-Spot weder um vergleichende Werbung noch könne man in der Kampagne einen Verstoß gegen das Irreführungsverbot erkennen. Ob die Grenzen des guten Geschmacks überschritten würden, bleibe dahingestellt, so die Wettbewerbszentrale in ihrer Einschätzung. "Das UWG zumindest kennt keine Geschmackszensur." ire
stats