Kampagne gegen Plastikmüll

Sodastream macht Rod Stewart zum Meerestier - und schießt gegen Coca-Cola

Kennern der Werbehistorie wird das Setting bekannt vorkommen
© Sodastream
Kennern der Werbehistorie wird das Setting bekannt vorkommen
Sodastream setzt seiner Anti-Plastikmüll-Kampagne "Fight Plastic" die Krone auf: In einem Online-Video lässt die jüngste Tochter der Pepsi-Familie einen Chor und prominente Markenbotschafter gegen die Verschmutzung der Weltmeere ansingen - ein Seitenhieb auf den größten Rivalen des Mutterkonzerns inklusive.
Der Spot beginnt in einer Vorstandsetage, in der sich Männer in grauen Anzügen dafür beglückwünschen, allein in einem Quartal vier Milliarden Plastikflaschen verkauft zu haben - dass das nur für das fiktive Unternehmen eine gute Nachricht ist, zeigt der Aufdruck auf den Flaschen: Dort steht Litter, zu deutsch: Müll.


Schon die nächste Szene gibt die weitere Richtung des Spots vor: Ein Chor junger Menschen mit eben jenen "Litter"-Flaschen in der Hand singt von einem Leben in Harmonie. Wer sich ein wenig in der Werbehistorie auskennt, bemerkt sofort, dass sich Sodastream hier am "Hilltop Commercial", einem der berühmtesten Werbespots von Coca-Cola, bedient hat. Die Botschaft ist klar: Der Getränkeriese aus Atlanta, der gerade seine Weihnachtskampagne vorgestellt hat, mag ikonische Werbung machen, er setzt aber vor allem umweltschädigende Verpackungen ein.

Der Berg aus Plastikmüll, auf dem die Sänger stehen, dürfte zwar zu einem Gutteil auch auf Sodastream-Eigner PepsiCo zurückgehen. Das Wassersprudler-Unternehmen aus Israel zeigt sich in seiner Mission aber unbeirrt. Neben "Game of Thrones"-Darsteller Thor "The Mountain" Bjornsson, der in der Vergangenheit schon für Sodastream geworben hat, sowie der Schauspielerin und Sängerin Sarah Catherine Hook hat auch Sir Rod Stewart in dem Spot einen großen Auftritt. Den Sänger erkennt man aber nur an seiner Stimme. Denn dass die Haarpracht der Meeresschildkröte, die Bjornsson im Arm trägt, das Tier als den britischen "I'm Sailing"-Sänger identifizierbar machen soll, haut dann doch nicht so richtig hin.


"Mit der Kampagne wollen wir den Meerestieren eine Stimme geben und gemeinsam mit ihnen Verbraucher und Unternehmen dazu ermutigen, endlich vom Einwegplastik auf umweltfreundlichere Mehrwegverpackungen umzusteigen", sagt Sodastream-CEO Daniel Birnbaum. Dafür reiche es nicht, einfach nur Trinkgewohnheiten zu ändern. "Wir alle müssen unser Bestes geben, um auf Dinge aus Einwegplastik wie Strohhalme, Becher, Tüten und Flaschen zu verzichten. Wir von Sodastream hoffen, dass diese Kampagne viele dazu anregen wird, einen Beitrag zu leisten. Es liegt in unseren Händen." Entwickelt und umgesetzt hat Sodastream die Kampagne gemeinsam mit dem freien Kreativen Alon Seifert, der Produktionsfirma Borax und Regisseur Eli Sverdlov. Die Musik stammt von Tomer Biran. Die Animationen besorgte Snowball fxv.

Aktuell wirbt Sodastream nicht nur im Netz, sondern erstmals auch im deutschen TV gegen Plastikmüll. In einem 15-Sekünder tritt Markenbotschafter Hannes Jaenicke erstmals als Werbegesicht in Erscheinung. Der Schauspieler und Umweltaktivist wird dabei ständig mit Plastikflaschen - und ihren Nachteilen - konfrontiert. 
"It’s time for a change. Mit unserer neuen Kampagne gilt dieses Motto gleich doppelt. Zum einen wollen wir noch mehr Verbraucher, die bislang PET-Flaschen schleppten, zum Umsteigen bewegen. Zum anderen betonen wir den zentralen Umweltaspekt nun auch erstmals in klassischer TV-Werbung", sagt Julian Hessel, Marketing Direktor DACH bei Sodastream. Idee und Konzept des Spots entstanden in Zusammenarbeit mit der Kölner Agentur Strawberry Fieldsire
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