In der aktuellen Plakatkampagne von Netto dürfen die betrachter die gezeigten Marken erraten
© Santiago Campillo-Lundbeck / HORIZONT
In der aktuellen Plakatkampagne von Netto dürfen die betrachter die gezeigten Marken erraten
Nachdem Netto zuletzt mit einer Guerilla-Marketing-Aktion den Preisvergleich mit Vollsortimenter Rewe als Gameshow inszenierte, erinnert der Discounter jetzt über eine Plakatkampagne an sein Markensortiment. Die Gestaltung der von Jung von Matt kreierten Werbemotive ist bewusst als Markenquiz für den Betrachter angelegt. Sie müssen die gezeigten Marken ausschließlich an ihrem Design erkennen.

Auf den Plakaten, die derzeit in ganz Deutschland zu sehen sind, steht nur ein Name, der aber sehr viel verrät: Netto. Allerdings ist der Name des Discounters in der Designsprache der bekanntesten deutschen FMCG-Marken gehalten. Die beabsichtigte Botschaft dahinter ist so effektiv wie plakativ: Egal, ob man Nivea, Snickers oder Lätta kaufen will – man sollte dabei immer an die Markenauswahl des Discounters aus Nürnberg denken. Oder wie es die Kampagne in ihrem Slogan formuliert „Hier ist die Markenauswahl zuhause“.



Auch an Haltestellen in Frankfurt ist Netto präsent
© dfv
Auch an Haltestellen in Frankfurt ist Netto präsent
Damit fügt sich Nettos aktueller Plakatauftritt nahtlos in die laufende Kampagne ein, mit dem sich die Edeka-Tochter als Markendiscounter präsentieren will, der die größtmögliche Markenauswahl zu den bestmöglichen Preisen anbietet. So hatte Netto bei seiner Guerilla-Marketing-Aktion Ende März vor dem Rewe Pop-up-Store in Berlin demonstrieren wollen, dass die eigenen Produkte billiger sind als Rewes Preiseinstiegsmarke Ja.

Allerdings kam das Netto-Team faktisch nur zum Preisvergleich seiner Beste-Wahl-Cornichons mit dem Gegenprodukt aus dem Ja-Sortimen, weil die Polizei die nicht genehmigte Veranstaltung schon nach wenigen Minuten auflöste.


Doch mindestens genauso wichtig wie die günstigen Preise ist für Netto, dass es auch als Händler mit einem attraktiven Preissortiment wahrgenommen wird. Denn der Discounter gerät bei dieser traditionellen Stärke seines Sortiments zunehmend durch den Wettbewerb der Marktführer unter Druck, die aggressiv auf Preis-Promotions mit attraktiver Markenware setzen.

Diese Promotions ziehen nicht nur Kunden ab, sondern vermitteln implizit auch das Signal, dass Lidl und Aldi die relevantesten Discounter sind, wenn es um den Kauf von Markenprodukten geht. Mit der Plakatkampagne "Hier ist die Markenauswahl zuhause" will der Nürnberger Discounter diese Wahrnehmung bekämpfen. cam

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