Joint Venture mit Geely

Smart spricht künftig schwäbisch-chinesisch

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Li Shufu (links), Chairman der Geely Holding und Dieter Zetsche (rechts), Vorsitzender des Vorstands der Daimler AG und Leiter des Geschäftsfeldes Mercedes-Benz Cars bei der Vertragsunterzeichnung
© Daimler AG
Li Shufu (links), Chairman der Geely Holding und Dieter Zetsche (rechts), Vorsitzender des Vorstands der Daimler AG und Leiter des Geschäftsfeldes Mercedes-Benz Cars bei der Vertragsunterzeichnung
Die Zukunft von Smart liegt in China. Heute haben Daimler und Geely die Gründung eines gemeinsames Joint Ventures bekannt gegeben. Gemeinsam wollen die beiden Partner die kriselnde Marke weiterentwickeln.
"Smarts Stern ist am Verglühen". Solche Schlagzeilen wie die des Schweizer Wirtschaftsmagazin Bilanz im Juni 2005 begleiten die Geschichte der Kleinwagenmarke aus dem Daimler-Konzern seit Jahren. Hoffnungsträger, Flop, Pioneer der urbanen Mobilität - für Smart finden sich in den Archiven viele Bezeichnungen. Ab heute kommt eine neues hinzu: erstes Gemeinschaftsprojekt von Daimler und Geely.


Im vergangenen Jahr war das chinesisches Unternehmen und Volvo-Eigner als größter Einzelaktionär bei dem Stuttgarter Premiumautobauer eingestiegen. Für Smart dürfte das Joint Venture, das bis Ende des laufenden Jahres stehen soll, die letzte Chance sein. Seit Jahren gehört die Marke immer wieder zu den Sorgenkindern des Konzerns. 2018 waren die Verkaufszahlen um vier Prozent auf 130.000 Einheiten zurückgegangen. Zuletzt hatte der scheidende Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche der Marke eine rein elektrische Zukunft verordnet.  Jetzt bekommt der Kleinwagen seine wohl letzte Chance  - und die liegt vor allem in China. Dort werden in einer neuen Fabrik die künftigen Modelle gebaut. Ab 2022 sollen sie auf den Markt kommen. Am bisherigen Smart-Produktionsort in Hambach werden stattdessen künftig die Kompaktwagen von Daimlers neuer Elektromarke EQ vom Band laufen. Mercedes-Benz investiert hier 500 Millionen Euro. mir
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