"Ja, wir sind diskriminierend"

True Fruits wehrt sich mit der Brechstange gegen Rassismus-Vorwürfe

Stein des Anstoßes: Der Post von True Fruits vom 13. Februar
© True Fruits / Facebook
Stein des Anstoßes: Der Post von True Fruits vom 13. Februar
True Fruits kennt man als krawallig und kein Blatt vor den Mund nehmend. Zuletzt war die Smoothie-Marke etwas zurückhaltender geworden - nun aber sorgt ein Social-Media-Posting des Unternehmens für heftige Diskussionen.
Anlass ist ein Beitrag, den True Fruits am Mittwoch bei Facebook und Instagram veröffentlichte. Darin wendet sich das Unternehmen an die Kritiker einer Kampagne, die vor anderthalb Jahren in Österreich für reichlich Wirbel gesorgt hatte. Mit Sprüchen wie "Schafft es selten über die Grenze" wollte True Fruits seinerzeit für seinen weißen Smoothie in der schwarzen Flasche werben. Schon damals wurde schnell deutlich, dass die Kampagne von vielen Betrachtern missverstanden wird - True Fruits sah sich deswegen gezwungen, die Kampagne zu erklären und sich gegen Rassismus auszusprechen.


Das hat aber offensichlich nicht viel geholfen. Denn glaubt man True Fruits, gibt es immer noch haufenweise Kritik an der Kampagne, wobei der Vorwurf offenbar nach wie vor lautet: Rassismus. Den Smoothie-Machern, die besonders in der Vergangenheit gerne extra-provokant aufgetreten sind, wurde es nun zu bunt: 
Wer Erfahrungen damit hat, wie Diskussionen in sozialen Netzwerken zu Themen wie Rassimsus verlaufen, der hätte an dieser Stelle ahnen müssen: Durch diesen Text wird es nicht besser werden, im Gegenteil. Und genau so kam es auch. "Schade, dass Truefruits auch hier die Chance verstreichen lässt, die Geschichte mit Rückgrat und Gesicht zu klären", heißt es etwa in einem Kommentar.

In den Nachrichten auf Facebook und Co. scheint der Ton wesentlich heftiger gewesen zu sein. Jedenfalls legte True Fruits gestern nach - und diesmal scheinen die Verantwortlichen richtig sauer gewesen zu sein. Mit der Schlagzeile "Ja, wir sind diskriminierend" und in einem für Social-Media-Verhältnisse geradezu romanhaften Beitrag erklärt der Hersteller: "Ernsthaft zu glauben, dass ein öffentliches Unternehmen unserer Größe Interesse daran haben könnte, rassistische Propaganda zu betreiben, um daraus Kapital zu schlagen, zeugt von wenig Geistesschmalz."
Im Laufe des Textes gehen mit den Verfassern dann auch regelrecht die Gäule durch, wenn sie schreiben: "Wenn nun genau diese Gruppe von dummen Menschen (ganz egal ob weiß, schwarz, weiblich, männlich, hetero- oder homosexuell, mit Holzbein oder Sprachfehler) meint ohne mal kurz nachzudenken mit brennender Mistgabel auf die digitalen Barrikaden gehen zu müssen und wie ein pöbelnder Mob Hetze gegen uns zu betreiben, ja dann senden wir ihnen eben ein kräftiges 'Fuck you!'".


Der Post schließt mit den netten Worten: "Namaste, ihr süßen Pissnelken." Das Ergebnis bislang: Gut 15.000 Reactions auf Facebook, davon mehr als 12.500 als Like oder Love. Auf Twitter sieht das Stimmungsbild etwas anders aus. Wer dort nach True Fruits sucht, findet Beiträge wie "Diskriminierende Werbung könnt ihr übrigens hier melden", es folgt ein Link zum Deutschen Werberat.

Vor allem aber monieren die Kritiker, dass das True-Fruits-Team, wie auf der Unternehmenswebsite dargestellt, selbst nicht besonders divers sei. "Ein Team, das weißer ist als Tennissocken beim Kauf, erklärt Betroffenen was rassistisch ist und was nicht. Kannste dir nicht ausdenken.", twittert ein Nutzer. ire

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