Ippen-Mediengruppe

Recherchen zu Reichelt sollen auch künftig nicht veröffentlicht werden

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Verleger Dirk Ippen hält daran fest, die Ergebnisse investigativer Untersuchungen zur Causa Julian Reichelt von der Öffentlichkeit fernzuhalten
© IMAGO / teutopress
Verleger Dirk Ippen hält daran fest, die Ergebnisse investigativer Untersuchungen zur Causa Julian Reichelt von der Öffentlichkeit fernzuhalten
Anfang der vergangenen Woche hatte sich Verleger Dirk Ippen dagegen entschieden, die Recherchen seines Investigativteams rund um den inzwischen ehemaligen Chefredakteur der Bild-Zeitung Julian Reichelt öffentlich zu machen. Nun bekräftigte die Ippen-Mediengruppe diese Entscheidung auch für die Zukunft, obwohl - oder gerade weil - Reichelt auch ohne die Offenlegung der Untersuchungen bereits entlassen wurde.

Die Ippen-Mediengruppe wird nach einer Prüfung die eigenen Recherchen zum vormaligen "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt nicht mehr veröffentlichen. In einem Hinweis in eigener Sache teilte die Mediengruppe am Montag auf dem Internetportal des "Münchner Merkur" mit: "Im Zuge der Ereignisse der vergangenen Woche hat sich die Situation für einige Quellen unserer Recherche verändert. Es ist daher nicht mehr möglich, die Recherche-Ergebnisse wie ursprünglich geplant zu veröffentlichen. Juliane Löffler wird weiterhin zu Machtmissbrauch in der Medienbranche recherchieren."


Die Journalistin gehört zum Investigativteam der Mediengruppe, das monatelang zu Reichelt recherchierte. Das Ganze baute auf früheren Vorwürfen gegen den 41-Jährigen auf, die der Medienkonzern Axel Springer, zu dem die Boulevardzeitung "Bild" gehört, in einem internen Verfahren geprüft hatte. Es ging damals um Vorwürfe des Machtmissbrauchs im Zusammenhang mit einvernehmlichen Beziehungen zu Mitarbeiterinnen sowie Drogenkonsum am Arbeitsplatz. Zunächst behielt Reichelt seinen Job. Nach den neuen Presserecherchen von Ippen und der "New York Times" hatte Springer vor einer Woche mitgeteilt, dass Reichelt von seinen Aufgaben entbunden wurde.
Alexandra Borchardt
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Die US-Zeitung hatte ihren Artikel am Sonntag vor einer Woche veröffentlicht. Die Ippen-Mediengruppe entschied sich auf Einwirken des Verlegers Dirk Ippen gegen eine Erstveröffentlichung. Die Begründung war, dass man genau darauf achten müsse, dass nicht der Eindruck entstehe, dass man einem Wettbewerber wirtschaftlich schaden wolle. Die Ippen-Entscheidung löste intern wie extern Kritik aus, das Recherche-Team schrieb einen Brief an Geschäftsführung und Verleger. Teile der Recherche von Ippen erschienen dann am Montagabend vor einer Woche in einem Online-Bericht des "Spiegel".

Seither hatte die Redaktion der Ippen-Mediengruppe, die ihren Hauptsitz in München hat, eine mögliche Veröffentlichung von weiteren Teilen der Recherchen geprüft. Ippen.Media-Gesamt-Chefredakteur Markus Knall hatte am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur gesagt: "Wir haben nach einer intensiven Diskussion im Hause den Punkt erreicht, dass wir als Redaktion in die Veröffentlichung gehen könnten. Wir prüfen aktuell, welche Aspekte der Geschichte noch veröffentlichbar sind und wie die Quellenlage ist. Das heißt: Ob, wann und in welchem Umfang die Geschichte rausgeht, entscheiden wir rein redaktionell."

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