IOC-Sponsor

Airbnb hat Ärger mit der Pariser Bürgermeisterin und liefert sich Markenrechtsstreit mit Berliner Start-up

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Viel Wirbel um Airbnb
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Viel Wirbel um Airbnb
Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo hat sich besorgt über den neuen IOC-Sponsor Airbnb geäußert. Sie habe IOC-Chef Thomas Bach schon in der vergangenen Woche einen Brief geschrieben, um ihn "vor den Risiken und Konsequenzen" eines Deals mit dem Apartment-Vermittler zu warnen, sagte Hidalgo der Nachrichtenagentur AP.
Das Internationale Olympische Komitee hatte am Montag die weltweite Partnerschaft mit Airbnb bis 2028 bekanntgegeben. Bei den Spielen 2016 in Rio de Janeiro war das Unternehmen schon Partner des lokalen Organisationskomitees.


Anfang des Jahres war die Gastgeberstadt der Olympischen Spiele 2024 gegen Airbnb vor Gericht gezogen und hatte eine Strafe von 12,5 Millionen Euro verlangt von Vermietern, die ihre Wohnungen nicht ordnungsgemäß registrieren. Der Plattform wird immer wieder vorgeworfen, die Preise für Wohnraum in die Höhe zu treiben oder den Mangel an Wohnungen auf dem Mietmarkt zu verschärfen.

IOC-Präsident Bach hatte am Montag davon gesprochen, dass die Partnerschaft mit Airbnb helfen werde, Wohnungen zur Verfügung zu stellen und die Kosten für die Olympia-Organisatoren und -Partner zu reduzieren. Finanzielle Details des Deals wurden nicht genannt.


Unterdessen liefert sich Airbnb einen Namensrechtsstreit mit einem Berliner Start-up. Wie das Wirtschaftsmagazin "Capital" unter Berufung auf Unterlagen des EU-Amts für geistiges Eigentum (EUIPO) berichtet, will der US-Konzern der im Frühjahr gegründeten Firma Airfarm die Verwendung ihres Namens in der EU untersagen lassen. Demnach legte Airbnb Mitte Oktober Widerspruch gegen die Anmeldung der europäischen Markenrechte für den Namen Airfarm ein. Nach einer sogenannten Cooling-Off-Periode will das in Alicante ansässige EU-Markenamt nun ab Januar über den Fall entscheiden.

Dem Bericht zufolge nutzt Airbnb seine Marke seit 2009 und hält dafür auch umfangreiche Markenrechte in Europa. Zwischen den Geschäften des Vermietungsportals und Airfarm gibt es allerdings keinerlei offensichtliche Berührungspunkte. Das Start-up von Gründer Hubertus Mai entwickelt eine digitale Plattform, auf der sich Landwirte vernetzen und über Fachthemen austauschen können - eine Art LinkedIn für Landwirte. Die Airfarm-App wurde kürzlich als Testversion gelauncht. Dabei soll das in der Digitalbranche gebräuchliche Wort "Air" im Namen Airfarm auf die Datenverfügbarkeit bei Cloud-Diensten verweisen. dpa/mas
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