Insurtech-Startup

So will Coya die Urban Millennials als Kunden gewinnen

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Die Coya-Kampagne wirbt auch mit abschreckendem Versicherungs-Deutsch
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Die Coya-Kampagne wirbt auch mit abschreckendem Versicherungs-Deutsch
Das 2016 gegründete Start-up Coya investiert in Wachstum: Die Berliner werben in ihrer Heimatstadt aktuell mit einer Out-of-Home-Kampagne um neue Kunden. An der Machart wird deutlich, auf wen es Coya dabei vor allem abgesehen hat.
Die Motive sind betextet mit Headlines wie "Get insured faster than you can say Privathaftpflichtversicherung" und sollen vor allem Urban Millennials erreichen, die zwischen 25 und 35 Jahre alt sind, ihren Alltag größtenteils digitalisiert haben und in der Regel über eine hohe Bildung verfügen. Zielgruppe Nummer zwei sind so genannte Expats, also Arbeitnehmer aus dem Ausland, die in Deutschland einer Beschäftigung nachgehen. Diesen Menschen will Coya den Zugang zu Versicherungen auch ohne komplizierte deutschsprachige Versicherungsverträge ermöglichen.

Insurtech: Die neue Out of Home Kampagne von Coya


Bei der Medialisierung der Kampagne setzt Coya auf insgesamt 125 City Light Poster und 55 Billboards, die in den Berliner Bezirken Friedrichshain, Kreuzberg, Prenzlauer Berg und Mitte platziert werden. Den Zugang zu den Plakatflächen hat das Unternehmen über das Nurture-Programm von Wall Decaux erhalten. Damit will der Außenwerber junge Unternehmen aus Deutschland fördern, indem sie an das Medium Out of Home herangeführt werden. Zusätzlich verlängert Coya die Kampagne in Eigenregie auf Facebook und Instagram.

Coya bietet private Versicherungen in den Bereichen Haftpflicht, Hausrat, Fahrraddiebstahl, E-Bike-Diebstahl Hundehaftpflicht an. Dabei verspricht das 55-köpfige Unternehmen, das über eine deutsche Bafin-Lizenz verfügt und deswegen als Versicherungsanbieter auftreten darf, einen komplett papierlosen Vertrieb. Dieses Modell, so das Kalkül, gewinnt durch den Corona-bedingten Digitalisierungsschub weiter an Relevanz. Momentan jedoch hat Coya mit den typischen Wachstumsschmerzen eines Start-ups zu kämpfen. Die einst von Investoren wie Peter Thiel mit mehr als 30 Millionen Euro angeschobene Firma hat jüngst den Geschäftsbericht für 2019 vorgelegt, ihr erstes volles Geschäftsjahr. Darin werden 94.000 Kunden und Versicherungseinnahmen in Höhe von insgesamt 812.000 Euro aufgeführt. Mit 866.000 Euro überstiegen die Ausschüttungen für anfallende Schäden jedoch die Einnahmen. Nach Rückversicherung betrug der Schadenaufwand 433.000 Euro.

Gegenüber Finance fwd erklärte Unternehmensgründer Andrew Shaw, dieses Ergebnis sei "erwartungsgemäß". Man verfüge zudem über "hohe monatliche Wachstumsraten". Trotzdem häufte Coya 2019 einen Verlust in Höhe von 15 Millionen Euro an. Investitionen in Technologie und Marketing sollen laut Shaw in Zukunft aber zu erheblichen Effizienzgewinnen führen, berichtet Finance fwd. Mit der Out of Home-Kampagne in Berlin ist dafür an Anfang gemacht. ire
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