Innovationstag

Monocle-Macher Tyler Brûlé glaubt nicht an Social Media

Monocle-Macher Tyler Brûlé beim Innovationstag
© Serviceplan / Michaela Handrek-Rehle
Monocle-Macher Tyler Brûlé beim Innovationstag
Tyler Brûlé ist Unternehmer, Vorsitzender und Chefredakteur von Monocle. Er steht für Innovationen, die konsequente Liebe zu Print und den Mut, die Magazin-Marke zu dehnen. Social Media dagegen mag er nicht, wie auf dem Innovationstag in München klar wurde.
Er verbingt viel Zeit in Japan, lebt am liebsten in Zürich und er nutzt noch Blackberry. Und er hat ein Imperium geschaffen, das weit über das Magazin Monocle hinausgeht.


Innerhalb von zehn Jahren ist um den Titel eine Welt entstanden, die mittlerweile Bücher, Reiseführer, Düfte, Kleider, Accessoires und Cafés umfasst. Damit nicht genug. Anfang 2019 wird er in Bangkok ein Wohnprojekt starten. "Schaffen Sie Plätze, an denen Menschen leben und sich begegnen können", ruft er den Zuhörern des Innovationstages zu. Es ist einer seiner Leitsätze, die er an diesen Tag an die Wand wirft. Es ist diese typische Geschichte von einem Menschen, der an sein Magazin, seine Idee und sich glaubt, an die Kraft von Print und der nicht bereit ist, jedem Trend hinterherzulaufen.

Stattdessen geht es für ihn darum, "darin gut zu sein, besondere Projekte auf die Beine zu stellen." Und was ihm noch wichtiger ist, Produkte zu erschaffen, die eine Kernbotschaft vermitteln. Für Brûlé heißt das: guten Journalismus zu liefern und die Bereitschaft, sich immer wieder neu zu erfinden. "Wir glauben an die Kraft von Print", sagt er und stellt unter anderem die Bavaria Special Edition von Monocle und den "Guide to building better cities" vor. Um heute erfolgreich zu sein, müsse man in der Lage sein, sich mit jedem Thema weltweit auseinanderzusetzen. Global unterwegs zu sein, heißt für ihn aber nicht, über Facebook und Co möglichst viele Menschen zu erreichen.


Ohnehin ist er nicht gut auf Social Media zu sprechen. Er glaubt nicht an die sozialen Netzwerke. "Bei physischen Produkten gibt es ganz andere Bindungsraten", sagt er. Doch es geht ihm nicht nur um das Engagement. Er hält Social Media für etwas Böses, Gefährliches, Demokratiegefährendes, wie er erst kürzlich in einem Interview mit der NZZ verraten hat. Daher kann er den Kurs vieler Marken und Medien wohl auch nicht nachvollziehen, weiter auf die Plattformen zu setzen, um Kunden zu erreichen. "Schafft eigene Anlässe, eigene Universen", sagt er. "Es macht keinen Sinn, Menschen auf andere Plattformen zu führen." mir
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