Informationskampagne

So kämpft Airbnb gegen bürokratische Hürden in Berlin

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So umgarnt Airbnb die Berliner
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So umgarnt Airbnb die Berliner
Airbnb unternimmt einen weiteren Versuch, in Berlin Fuß zu fassen. Der Wohnungsvermittler startet in diesen Tagen eine Informationskampagne. Das Ziel der Werbeoffensive ist es, Ressentiments abzubauen und die Kurzzeitvermietung von Wohnungen in der Hauptstadt deutlich zu vereinfachen. Hauptadressat sind daher auch nicht nur potenzielle Wohnungsanbieter, sondern auch die Stadt Berlin selbst. 
Tragen Anbieter wie Airbnb zur Gentrifizierung und zum Anstieg der Mieten bei? Diesen immer wieder geäußerten Vorwurf will Airbnb mit seiner Informations-Kampagne aus der Welt schaffen. In dieser geben Airbnb und die Gastgeber ein Versprechen ab - nämlich den effektiven Wohnraumschutz in Berlin zu unterstützen. 


"Wohnen in Berlin soll bezahlbar bleiben", heißt es etwa auf einem der von Serviceplan entwickelten Plakatmotive, die ab Anfang Dezember in der Bundeshauptstadt zu sehen sind. Das Zitat stammt von Jazmin, einer Gastgeberin aus dem Stadtteil Neukölln, die auf dem Motiv als Testimonial auftritt. Doch es geht nicht nur um die Sozialverträglichkeit von Anbietern aus der sogenannten Sharing Economy, sondern auch um bürokratische Hindernisse. "Berlin soll effizienter werden", lautet denn auch die Forderung, die Chris, ein Gastgeber aus dem Stadtteil Prenzlauer Berg, auf einem weiteren Werbemotiv erhebt. 

So umgarnt Airbnb die Berliner
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So umgarnt Airbnb die Berliner
Eine Botschaft, die sich vor allem an die Stadt Berlin richtet. Obwohl Homesharing in der Bundeshauptstadt seit Mai 2018 rechtlich anerkannt ist, hat sich die Stadt nach Angaben von Airbnb bislang wenig kooperativ gezeigt. Das Problem: In Berlin werden Anträge potenzieller Gastgeber noch von den Bezirksämtern bearbeitet. Da diese chronisch überlastet sind, zieht sich der Genehmigungsprozess oft sehr lange hin, wodurch potenzielle Gastgeber laut Airbnb abgeschreckt werden.


Airbnb will die Stadt Berlin von einer Allianz überzeugen
© Airbnb
Airbnb will die Stadt Berlin von einer Allianz überzeugen
Ganz anders läuft es in Hamburg. Dort gibt es seit diesem Jahr ein automatisiertes, digitales Registrierungssystem, mit dem die Anträge der Gastgeber in Echtzeit bearbeitet werden. Obwohl die Kooperation funktioniere und zum Wohnraumschutz beitrage, sei Berlin auf ähnliche Kooperationsvorschläge bislang nicht eingegangen, heißt es bei Airbnb. Daher wolle man mit der Kampagne das Kooperationsangebot an die Stadt Berlin erneuern, teilt Airbnb mit.
„Wohnraumschutz ist auch für Airbnb ein wichtiges Thema, weshalb wir mit den Städten an fairen Regeln für Homesharing arbeiten wollen, um dem Entzug von Wohnraum durch weniger verantwortungsvolle Akteure vorzubeugen.“
Tim Klaws, Airbnb
"Wohnraumschutz ist auch für Airbnb ein wichtiges Thema, weshalb wir mit den Städten an fairen Regeln für Homesharing arbeiten wollen, um dem Entzug von Wohnraum durch weniger verantwortungsvolle Akteure vorzubeugen", sagt Tim Klaws, bei Airbnb als Head of Public Policy für die deutschsprachige DACH-Region zuständig. Klaws verweist auch auf Studien von Empirica und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, der zufolge Homesharing - das  gelegentliche Vermieten des Zuhauses - keine belastende Wirkung auf den Wohnungsmarkt habe. "Unsere Zusammenarbeit mit der Freien und Hansestadt Hamburg beim Registrierungssystem zeigt, wie eine Stadt von Homesharing profitiert und wie gleichzeitig effektiver Wohnraumschutz möglich ist. Ein unbürokratisches und digitales System verringert den Aufwand für alle Beteiligten und schont vor allem die Ressourcen der Verwaltung", so Klaws weiter. 

Ob Berlin auf das Angebot eingeht, wird sich zeigen. In den kommenden Wochen wird man an der Kampagne des Unternehmens jedenfalls nicht vorbeikommen. Nachdem die von TLGG entwickelte Digitalkampagne bereits Anfang dieser Woche startete, werden ab dem 3. Dezember Out-of-Home-Flächen in der Bundeshauptstadt belegt. Später startet dann noch eine Kampagne in der Tagespresse. mas
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