InfluencerDB-Chef Robert Levenhagen

"Fake-Follower verursachen Schaden in Höhe von 500 Millionen Dollar"

InfluencerDB-Chef Robert Levenhagen im Video-Interview
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InfluencerDB-Chef Robert Levenhagen im Video-Interview
Mit der Ankündigung, künftig nicht mehr mit Influencern zusammenzuarbeiten, die Follower kaufen, sorgte Unilever-CMO Keith Weed bei den Cannes Lions für Aufregung. Einerseits eine Selbstverständlichkeit, findet Robert Levenhagen, Chef der Kölner Analysefirma InfluencerDB, anderseits "ein sehr wertvoller und wichtiger Weckruf für die Branche", wie er im Interview mit HORIZONT Online und turi2.tv sagt. Immerhin würden Fake-Follower weltweit einen Schaden von einer halben Milliarde US-Dollar verursachen.
Die Worte des Unilevers-CMO seien Wasser auf die Mühlen von Levenhagen und seiner Firma gewesen. "Seit drei Jahren reden wir darüber, dass Unternehmen mit einer entsprechenden Nachhaltigkeit und Detailliebe die Auswahl ihrer Influencer datentechnisch unterstützen müssen", so der CEO von InfluencerDB. Mit der Software des 2015 gegründeten Unternehmens können Werbungtreibende die Performance von Instagram-Postings analysieren. Die junge Firma ist vergangene Woche von Münster nach Köln umgezogen.

Im Video-Interview fordert Levenhagen von werbungtreibenden Unternehmen und Agenturdienstleistern eine größere Sorgfalt bei der Auswahl ihrer Influencer. Denn - das habe eine Studie seiner Firma gezeigt - etwa jeder vierte Influencer weltweit hat bereits auf die eine oder andere Weise nachgeholfen. Das fange bei harmlosen Taktiken wie "Follow-for-Follow-Abuse" an und geht bis zum hochpreisigen Followerkauf. "Wir glauben, dass das Problem 500 Millionen US-Dollar weltweit beträgt. Und das wird in den nächsten Jahren nur noch schlimmer", prophezeit Levenhagen.
Zu der neuen Instagram-Anwendung IGTV, die im Juni gelauncht wurde und erstmals den Upload von bis zu 60 Minuten langen Videos erlaubt, hat Levenhagen übrigens ein gespaltenes Verhältnis: "Einerseits glaube ich, dass IGTV ein sehr hohes Potenzial mit sich bringt, sowohl für werbungtreibende Unternehmen als auch für Influencer. Andererseits habe ich die Sorge, dass Instagram sich zu breit macht. Am Anfang bestand Instagram nur aus dem Feed, dann kamen die Stories hinzu, was den Feed messbar kannibalisiert hat. Die Frage ist jetzt: Haben die User wirklich noch Lust, sich nicht nur eine halbe Stunde mit Instagram zu beschäftigen sondern 1,5 oder 2 Stunden bei IGTV?." ron


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