Influencer verspeist Babydelfin

Wie Followfish mit einem radikalen Prank für mehr Nachhaltigkeit wirbt

Incsope 21 hat mit einem Prank seine Follower genarrt - und so auf ein ernstes Problem hingewiesen
© Inscope 21 / Youtube
Incsope 21 hat mit einem Prank seine Follower genarrt - und so auf ein ernstes Problem hingewiesen
Wie kreiert man den perfekten Social-Media-Shitstorm? Der Instagram- und YouTube-Fitness-Influencer Inscope 21 hat es zusammen mit der nachhaltigen Fischmarke Followfish vorgemacht, als er am vergangenen Montag vermeintlich einen Babydelfin verspeiste und das Video dazu bei Instagram teilte. Nun folgte die Ausflösung: Die Aktion war nur ein Fake und sollte auf bewussteren Lebensmittelkonsum aufmerksam machen.
"Influencer isst Babydelfin und filmt sich dabei" - diese Schlagzeile erregte in den vergangenen zwei Tagen die Gemüter der Social-Media-Community. Der Influencer Inscope 21 hatte in seiner Story bei Instagram am Montag ein Video hochgeladen, in dem zu sehen war, wie er einen täuschend echt aussehenden Baby-Delfin beim entspannten Kochabend mit Freunden zubereitete und anschließend genussvoll als Delikatesse verspeiste.


Einen Tag später folgte ein Statement-Video, in dem Inscope 21 darüber aufklärte, dass es sich bei dem Delfin tatsächlich um eine Attrappe aus dem 3-D-Drucker gehandelt hatte. Die Aktion war Teil der Followfood-Kampagne "Was wir essen darf nicht die Welt kosten". Followfish, eine Untermarke der Followfood-Bewegung, will damit auf das Problem der Überfischung der Ozeane sowie die Unmengen an Beifang und illegalem Fischfang aufmerksam machen. Das Aufklärungsvideo erzielte über Nacht mehr als eine Million Aufrufe.

Jürg Knoll, Gründer von Followfood, sagte dazu: "Der Shitstorm hat gezeigt, wie schnell wir wütend werden, wenn wir dabei zuschauen, wie ein seltener Delphin gegessen wird. Dabei trägt jeder von uns dazu bei, dass immer mehr Arten in den Ozeanen aussterben – wenn wir Fisch kaufen, der aus nicht nachhaltigen oder unbekannten Quellen kommt." Die Forderung seines Unternehmens: Fisch solle weltweit zu 100 Prozent nachhaltig gefangen werden.


Knoll dankte Inscope 21 – der sich bei Instagram Inscopenico nennt – dass dieser nicht nur die zahlreichen Anfeindungen und Hasskommentare, sondern auch einige Follower-Verluste auf sich genommen hatte, um die Kampagne zu unterstützen. Initiiert wurde die Aktion von der Hamburger Agentur Tank Tank, die in Zusammenarbeit mit flow fwd, dem Management von Inscopenico, die Idee über ein Jahr lang entwickelt und nun unter dem Hashtag #dolphingate verbreitet hatte.


Followfood bezeichnet sich selbst als "Bewegung für Nachhaltigkeit, Transparenz und einen ehrlichen, respektvollen Umgang mit der Umwelt und Nahrungsmitteln". Das Friedrichshafener Unternehmen führte 2007 als Marktinnovation einen Tracking-Code auf jeder Verpackung der Followfood- und Followfish-Produkte ein, mit dem die Konsumenten alle Lieferanten und Beschaffungswege der Produkte und ihrer Bio-Zutaten online abrufen und nachvollziehen können. Das Unternehmen verzeichnet seit mehreren Jahren Zuwächse im zweistelligen Bereich und wurde mehrfach ausgezeichnet. hmb

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