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Influencer Marketing wird wichtiger - und kritischer beäugt
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Influencer Marketing

Worauf Werbungtreibende weltweit am meisten achten

Influencer Marketing wird wichtiger - und kritischer beäugt
Influencer Marketing befindet sich im Wandel: Nachdem die Hype-Disziplin in den vergangenen Jahren schrankenlos gewachsen zu sein scheint, schauen die Werbungtreibenden nun deutlich genauer hin. Worauf sie dabei am meisten achten, hat die World Federation of Advertisers (WFA) abgefragt.
von Ingo Rentz Freitag, 20. Juli 2018
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Die Organisation, in der Unternehmen wie Adidas, Beiersdorf, Coca-Cola, Mondelez, P&G und Unilever organisiert sind, hat 34 ihrer Mitglieder aus 15 Branchen zum Status Quo des Influencer Marketing gefragt. Dabei konnten die Unternehmen auch angeben, ob sie bereits feste Policies und Strukuturen haben, um die immer noch recht junge Kommunikationsdisziplin zu managen.

Die Befragten, die insgesamt für ein Werbevolumen von 59 Milliarden Euro stehen, nutzen Influencer Marketing fleißig: 46 Prozent geben an, die Werbeform sehr oft einzusetzen. Der Rest setzt immerhin gelegentlich bzw. nur in bestimmten Märkten auf Influencer. Grundsätzlich zeigen die Ergebnisse der Befragung, dass im Influencer Marketing mit weiterem Wachstum gerechnet werden muss: 65 Prozent der befragten Top-Unternehmen wollen ihr Investment in den Bereich in den kommenden zwölf Monaten erhöhen. Die meistgenannten Ziele dabei sind Steigerung der Brand Awareness (86 Prozent), die Erschließung neuer Zielgruppen (74 Prozent) und die Gewinnung treuer Fürsprecher (69 Prozent).

Alle nutzen Instagram, nur ein Fünftel setzt auf Pinterest

Die wichtigsten KPIs für die Unternehmen sind bei ihren Influencer-Kampagnen Reichweite und Views (96 Prozent), Engagement (80 Prozent), der generierte Traffic (44 Prozent) und Earned Media (44 Prozent). Die Plattformen, die dabei am häufigsten eingesetzt werden, sind Instagram, das von allen Befragten genutzt wird, Facebook (85 Prozent), Youtube (65 Prozent), Snapchat (44 Prozent), Twitter (33 Prozent), WeChat und Pinterest (jeweils 19 Prozent) und Line (7 Prozent).

Gleichzeitig sind mit Influencer Marketing auch einige Sorgen verbunden. Als besonders bedenklich schätzen die Unternehmen etwa negative Folgen für Vertrauen und die Markenwahrnehmung (jeweils 64 Prozent), finanzielle Risiken (60 Prozent) und mangelnde Brand Safety (59 Prozent) ein. Auch deswegen führen immer mehr Unternehmen - wie zuletzt etwa Unilever - feste Kriterien für die Zusammenarbeit mit Influencern ein. Glaubwürdigkeit, das Ansehen der Influencer und die Qualität der Follower sind dabei für die meisten der Befragten die Kernkriterien. Letzteres wird dabei von 96 Prozent der Unternehmen als "absolut notwendig" oder "sehr wichtig" eingeschätzt. Glaubwürdigkeit und Ruf der Influencer halten 93 Prozent für wichtig. 71 Prozent halten zudem die Art und Weise, wie die Zusammenarbeit einer Marke mit einem Influencer gegenüber den Verbrauchern kenntlich gemacht wird, für wichtig.

"Influencer Marketing wird für viele Marketer ein wichtiger Kanal, aber es wird nur effektiv sein, wenn Verbraucher den Influencern vertrauen können, indem bezahlte Partnerschaften deklariert werden und Marketer darauf vertrauen können, dass sie echte Menschen erreichen, keine Bots", sagt WFA-CEO Stephan Loerke zu den Ergebnissen der Studie. Die Organisation will die Ergebnisse nun nutzen, um Best-Practice-Richtlinien für Influencer Marketing zu entwickeln. ire


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