Influencer Marketing

Fitness-Bloggerin Luisa-Maxime Huss zieht im Streit um Schleichwerbung vor den BGH

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Will klare Regeln im Influencer Marketing: Luisa-Maxime Huss
© lookfamed
Will klare Regeln im Influencer Marketing: Luisa-Maxime Huss
Kommt es jetzt zum Showdown im Streit um angebliche Schleichwerbung im Influencer Marketing? Es scheint so. Nachdem sich erst vor wenigen Tagen Influencerin Cathy Hummels in zweiter Instanz gegen den Verband Sozialer Wettbewerb durchgesetzt hatte, wird sich nun der Bundesgerichtshof mit der Angelegenheit befassen. Dafür gesorgt hat Luisa-Maxime Huss. Die Fitness-Bloggerin zieht als erste Influencerin Deutschlands vor den BGH.
Hintergrund ist ein Streit, den der Verband Sozialer Wettbewerb mit einer ganzen Reihe von Influencern angezettelt hat. Stein des Anstoßes: Die Influencer verlinken in ihren Posts zum Teil Marken, ohne die Beiträge als Werbung zu kennzeichnen. Aus Sicht des Verbandes Sozialer Wettbewerb betreiben die Influencer damit Schleichwerbung. Genau das weisen die Influencer allerdings vehement zurück. Ihr Argument: Sofern Unternehmen oder Marken für die Nennungen keine Gegenleistungen erbringen, handelt es sich um persönliche Empfehlungen, aber eben nicht um Schleichwerbung. 


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Genau darum geht es auch im Fall von Luisa-Maxime Huss. Die Fitness-Bloggerin, die als @lu_coaching auf Instagram unterwegs ist und dort knapp 150.000 Follower hat, wurde nach eigenen Angaben vor einigen Monaten vom Verband Sozialer Wettbewerb aus den genannten Gründen angeklagt. Das Landesgericht Braunschweig hatte in ihrem Fall zunächst dem Verband Recht gegeben. Doch nun hat die Influencerin Revision eingelegt.

Den Ausschlag dafür hat offenbar nicht nur ihre Niederlage in erster Instanz gegeben, sondern wohl auch der Umstand, dass der kürzliche Erfolg von Cathy Hummels noch keinen endgültigen Durchbruch für die Influencer-Branche gebracht hat, da das Oberlandesgericht München eine Revision vor dem BGH zuließ. 


„Ich sollte Beiträge, für die ich keine Gegenleistung bekommen habe, nicht als Werbung kennzeichnen müssen, denn das ist es nicht.“
Luisa-Maxime Huss
Mit dem Gang vor den BGH will sie nun aber auch Großes erreichen. 
Ihr Ziel ist kein geringeres, als eine Gesetzesänderung für die gesamte Branche zu erwirken. "Diesen Schritt gehe ich nicht nur für mich. Mir geht es vor allem darum, etwas in der Branche zu verändern. Influencer- und Social Media Marketing hat sich als ernstzunehmende Werbeform etabliert und deswegen ist es wichtig, dass klare Grenzen gezogen werden zwischen dem, was Werbung ist und dem, was einfach eine unbezahlte Empfehlung ist", sagt Huss, die sich endlich klare Richtlinien erhofft. "Ich sollte Beiträge, für die ich keine Gegenleistung bekommen habe, nicht als Werbung kennzeichnen müssen, denn das ist es nicht." mas
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