Influencer Marketing

Bundespolizei wirbt mit Luca und Julia Beautx um Nachwuchs

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Luca und Julia Beautx müssen in der Kampagne echte Polizeiarbeit erledigen - an fiktiven Fällen
© Bundespolizei / Youtube
Luca und Julia Beautx müssen in der Kampagne echte Polizeiarbeit erledigen - an fiktiven Fällen
Mehr als 2000 neue Stellen hat die Bundespolizei in diesem Jahr zu besetzen. Um bei jungen Menschen überhaupt als potenzieller Arbeitgeber wahrgenommen zu werden, startet die Behörde nun eine Influencer-Kampagne. Darin heuern Youtuber Luca (ConCrafter) und Lifestyle-Vloggerin Julia Beautx am Aus- und Fortbildungszentrum der Bundespolizei in Eschwege an - und müssen einen fiktiven Kriminalfall lösen.
Entstanden sind bislang acht Youtube-Videos mit einer Gesamtreichweite von mehr als 4,5 Millionen Views. Begleitet werden die Videos durch Postings und Stories von den Social-Media-Stars auf ihren Instagram-Profilen. Auf Youtube setzen die Kampagnenmacher auf Interaktivität. So können die Zuschauer nach der ersten Filmsequenz den weiteren Handlungsverlauf mitbestimmen. Der interaktive Charakter der Videoreihe soll es den Zuschauern ermöglichen, die Aufgaben der Bundespolizei möglichst nahbar zu erfahren.
"Als vor einigen Monaten die Anfrage der Bundespolizei kam, war ich völlig aus dem Häuschen", erklärt Luca, der auf seinem Hauptkanal bei Youtube mehr als 4 Millionen Subscriber hat. Ein weiteres Standbein des Youtubers, der vor allem launige Einschätzungen des Internet-Alltags veröffentlicht, ist die Kooperation mit der Pizzamarke Gustavo Gusto. Drei eigene Pizzen hat Luca, der bürgerlich Luca Scharpenberg heißt, bereits mit dem Unternehmen zusammen entwickelt.


Auch Julia Beautx ist zufrieden mit dem Ergebnis: "Es war super spannend, mal in die Rolle einer Polizistin schlüpfen zu dürfen", berichtet die 20-Jährige. "Das ist nichts Selbstverständliches, denn so konnte ich richtig hinter die Kulissen schauen. Das war eine tolle Erfahrung für mich und ich konnte ein Gefühl dafür entwickeln, wie herausfordernd dieser Job ist." Auf Youtube beträgt die Followerschaft der Vloggerin rund 2 Millionen Abonnenten, hinzu kommen 2,5 Millionen Follower bei Instagram.
Idee und Konzeption stammen von der Orca Gruppe, die seit 2017 mit der Nachwuchskräftekampagne der Bundespolizei beauftragt ist. Für die Produktion und das Influencer-Management zeichnet Studio71 aus dem Hause Pro Sieben Sat 1 verantwortlich. Deren Geschäftsführer Sebastian Romanus sagt: "Die Kombination aus einer spannenden und informativen Story, zwei populären Influencern und der interaktiven Komponente macht diese Kampagne so besonders. Wir sind überzeugt, dass Luca und Julia das Ausbildungsangebot der Bundespolizei der jungen Zielgruppe näherbringen."

Wenn die Kampagne ihre Wirkung bei der Zielgruppe, die sich in erster Linie aus den Vertretern der Generation Z zusammensetzt, nicht verfehlt, gehen bei der Bundespolizei bis zum Bewerbungsschluss für dieses Jahr am 31. Januar noch haufenweise Bewerbungen ein. Ähnlich war vor anderthalb Jahren auch die Polizei Berlin vorgegangen, die sich zur Nachwuchsgewinnung mit Youtuber Aaron Troschke verbündete.


Doch auch die Bundespolizei muss wie viele Behörden intensiver um Nachwuchs werben. Wer sich dort bewirbt, weiß nicht unbedingt, wo er künftig eingesetzt wird. Das schreckt viele ab. Zudem sind die Einstellungskriterien für viele Bewerber eine zu hohe Hürde. Medienberichten zufolge soll die Bundespolizei deswegen ihre Anforderungen an Bewerber gesenkt haben Bei der Polizei widerspricht man: "Die Voraussetzungen für eine Bewerbung zur Bundespolizei werden regelmäßig evaluiert und gegebenenfalls angepasst", heißt es in einer eigens herausgegebenen Pressemitteilung. Ziel sei es, einen möglichst großen, aber auch geeigneten Bewerberkreis anzusprechen.

Aktuell befinden sich bei der Bundespolizei offiziellen Angaben zufolge 7.420 Anwärterinnen und Anwärter in der Laufbahnausbildung. Im Einstellungsjahr 2019 konnte man auf rund 3.000 zu besetzende Stellen rund 35.000 Bewerber verzeichnen. In diesem Jahr werden 853 Beamtinnen und Beamte planmäßig in den Ruhestand gehen, dagegen beträgt der geplante Bruttoaufwuchs der Bundespolizei für das Haushaltsjahr 2020 2.150 Planstellen und Stellen.

Da ruhestandsbedingte Abgänge ohnehin auf der Grundlage der bereits vorhandenen Planstellen durch Neueinstellungen kompensiert würden, handelt es es sich bei dem vorgesehenen Aufwuchs an Stellen/Personal also um echten Aufwuchs, betont man bei der Bundespolizei. ire
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