In-App-Käufe

Fortnite-Entwickler Epic wagt Kraftprobe mit Apple und Google

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Epic schlägt zurück – und paodiert mit #FreeFortnite den legendären Spot, mit dem Apple 1984 IBM den Kampf ansagte. Diesmal ist Apple (mit Google) im Visier der Revolutionäre.
© Epic/Screenshot
Epic schlägt zurück – und paodiert mit #FreeFortnite den legendären Spot, mit dem Apple 1984 IBM den Kampf ansagte. Diesmal ist Apple (mit Google) im Visier der Revolutionäre.
Eine schöne Marge – bei jedem In-App-Kauf behalten Apple und Google 30 Prozent vom Preis. Schon seit einiger Zeit gibt es Kritik an der Höhe der Abgabe – und im Fall von Apple auch daran, dass die Entwickler bei In-App-Käufen keine alternativen Bezahlwege anbieten können. Der Musikdienst Spotify reichte deswegen Beschwerde bei den Wettbewerbshütern der EU-Kommission ein. Jetzt legen sich die Macher des populären Online-Spiels Fortnite in einer bisher einmaligen Kraftprobe mit Apple und Google an.
Mit mehreren hundert Millionen Fans im Rücken will die Entwicklerfirma Epic die App-Store-Regeln der Smartphone-Plattformen aufbrechen. Sie führte auf Apples iPhone und iPad sowie auf Geräten mit dem Google-System Android die Möglichkeit ein, Inhalte in Umgehung der In-App-Käufe günstiger zu erwerben. Damit forderte Epic die Plattformen heraus. Die Reaktion kam prompt: Fortnite verschwand erst aus dem App-Store für Apples Mobil-Geräte und wenige Stunden später auch aus Googles Play Store. Epic reichte umgehend eine Klage gegen Apple ein.


Epic wird mit dem Vorstoß von Donnerstag zum Wortführer einer regelrechten Rebellion gegen das System. Die Firma ließ ihre Nutzer, die auf iPhones und iPads spielen, wissen, dass ihnen neue Inhalte der nächsten Season von Fortnite verwehrt bleiben werden, selbst wenn sie schon die App auf ihren Geräten haben – und rief die Kunden auf, sich bei Apple mit #FreeFortnite zu beschweren. Fortnite wird nach Angaben von Epic von mehr als 350 Millionen Spielern genutzt.

Für Nutzer von Android-Geräten ist die Situation etwas anders: Google lässt dort Apps nicht nur aus dem hauseigenen Play Store, sondern auch aus anderen Quellen laden. Apple lehnt diesen Ansatz unter Verweis auf potenzielle Risiken für Nutzer durch präparierte Apps ab.


Apple verwies darauf, dass Epic gegen die App-Store-Regeln verstoßen habe. "Sie gelten gleichermaßen für jeden Entwickler und dienen dazu, den Store sicher für unsere Nutzer zu halten." Epic habe die neue Funktion mit der Absicht eingeführt, die Richtlinien zu verletzen.

Google betonte jedenfalls, Entwickler müssten sich an die Regeln halten, um im Play Store zu bleiben. In den vergangenen Jahren hatte Epic Fortnite auf Android-Geräten bereits zeitweise am Play Store vorbei vertrieben.

Apple erklärt stets, dass man mit der Vorgabe, die In-App-Käufe über das System der Plattform abwickeln zu müssen, die Kunden vor Betrug schützen wolle. Zugleich ist es einigen Abo-Diensten wie etwa Netflix erlaubt, Verträge mit Nutzern auf ihren eigenen Websites abzuschließen. Die Nutzer können sich dann auf ihren iPhones und iPads einloggen – und für die Anbieter wird keine Abgabe an Apple fällig.

Epic war gut auf den Showdown vorbereitet. Die Firma hatte nicht nur schnell eine gut 60-seitige Klage parat, sondern auch ein Video, das einen legendären Werbeclip des Konzerns aus dem Jahr 1984 parodiert. Seinerzeit hatte Apple in Anlehnung an George Orwells gleichnamiges Buch das Aufbegehren gegen eine totalitäre Welt dargestellt und leitete den Eintritt von Apple in den von IBM dominierten PC-Markt ein. Epic stellte das Video jetzt als Computeranimation nach, die Rolle des Diktators spielt eine Figur mit einem Kopf in Form eines Apple-Logos.
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